Historisches Grünes Gewölbe Dresdner Juwelendiebstahl: Letzter Haupttatverdächtiger gefasst

Nach dem Einbruch in das Historische Grüne Gewölbe im November 2019 in Dresden sind alle Haupttatverdächtigen gefasst. Am Donnerstag klickten erneut in Berlin die Handschellen - bei einer sechsten und letzten gesuchten Person. Sie stammt wie die mutmaßlichen Komplizen aus einer arabischstämmigen Großfamilie. Von der wertvollen Beute fehlt weiterhin jede Spur.

Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Residenzschloss mit dem Grünen Gewölbe.
Bildrechte: dpa

Im Zusammenhang mit dem Einbruch in das Historische Grüne Gewölbe in Dresden ist ein sechster Tatverdächtiger festgenommen worden. Wie die Staatsanwaltschaft in Dresden mitteilte, handelt es sich um einen 23-Jährigen. Er wurde am Donnerstagmorgen von Einsatzkräften der Dresdner Polizei in einer Wohnung in Berlin-Treptow festgenommen. An dem Einsatz waren 24 Beamte beteiligt. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurde ein Mobiltelefon sichergestellt.

Alle Hauptverdächtigen gefasst - Fahndung nach Helfern

Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft dem Beschuldigten Ahmed R. unter anderem schweren Bandendiebstahl und Brandstiftung vor. Er wurde am Nachmittag einem Ermittlungsrichter in Dresden vorgeführt und sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Der Mann, der wie die mutmaßlichen Komplizen aus einer arabischstämmigen Berliner Großfamilie stammt, ist wegen des Goldmünzen-Diebstahls aus dem Berliner Bode-Museum zu einer Jugendstrafe verurteilt, war wegen seiner Revision auf freiem Fuß.

Die Ermittler gehen davon aus, dass damit alle sechs Personen, die unmittelbar an dem Einbruch in das Historische Grüne Gewölbe beteiligt waren, ermittelt sind. Im November 2020, also ein Jahr nach dem Raub, wurden in Berlin die ersten drei Tatverdächtigen festgenommen. Zwei weitere wurden im Dezember 2020 sowie im Mai 2021, ebenfalls in Berlin, verhaftet. Die Dresdner Soko "Epaulette" fahndet allerdings weiter nach vier inzwischen identifizierten möglichen Helfern, die Ende November den Tatort ausgespäht haben und damit an der Vorbereitung des Juwelendiebstahls beteiligt gewesen sein könnten.

Ermittlungen zum Verbleib der Kunstschätze dauern an

Von der wertvollen Beute fehlt weiterhin jede Spur. Die Ermittlungen zu den Kunstschätzen dauerten an, so die Staatsanwaltschaft. "Sie werden aufgrund des Umfangs und der Komplexität des Sachverhalts noch erhebliche Zeit in Anspruch nehmen."

Bildergalerie Diese Kostbarkeiten verschwanden aus der Vitrine im Grünen Gewölbe

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben nun mitgeteilt, welche Schmuckstücke am Montagmorgen gestohlen worden. Für die Schäden haftet der Freistaat, eine eigene Versicherung gibt es nicht.

Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Das Juwelenzimmer in der Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten mit der Schmuckvitrine, als sie noch vollständig war. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Das Juwelenzimmer in der Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten mit der Schmuckvitrine, als sie noch vollständig war. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur
Die Diamantrosengarnitur Überblick über alle Teile der Diamantrosengarnitur. Sie wurde zwischen den Jahren 1782 und 1789 im Auftrag des Kurfürsten Friedrich August III. von den Hofjuwelieren Christian August Globig und August Gotthelf Globig angefertigt. Bildrechte: SKD, Jürgen Karpinski
Degen (Diamantrosengarnitur)
Diamantrosengarnitur Der Degen, eine Prunkwaffe aus der Diamantrosengarnitur, wurde gestohlen. Die Scheide haben die Diebe dagelassen. Bildrechte: Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Jürgen Karpinski
Zwei gewölbte Schuhschnallen aus der Diamantrosengarnitur
Diamantrosengarnitur Ein Paar gewölbte Schuhschnallen wurden aus der Diamantrosengarnitur gestohlen. Die Garnitur trägt ihren Namen wegen des speziellen Rosenschliffs an den Edelsteinen. Bildrechte: Grünes Gewölbe, Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Jürgen Karpinski
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Das Kleinod des Polnischen Weißen Adler-Ordens fehlt. Der Orden trägt 225 größere und kleinere Diamanten auf Silber, Gold und Email. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Die gestohlene Hutagraffe: Der Diamant in der Schleife oben hat 24,98 Karat. Der Mittelstein unten in der Rosette zeichnet sich durch 16,5 Karat aus. Die Hutkrempe besteht aus 13 großen und 103 kleineren Diamanten, aus Silber und Gold. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Große Diamantrose (Diamantrosengarnitur)
Diamantrosengarnitur Auch die Große Diamantrose der Diamantrosengarnitur ist von den Einbrechern mitgenommen worden. Bildrechte: Jürgen Karpinski
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantrosengarnitur Von dieser Epaulette ist nur noch ein Teilstück vorhanden. Das Schmuckstück trug 20 große und 216 kleine Diamanten. Die größte Diamantrose in der Mitte der Doppelschleife hat 31,5 Karat. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
10 Rockknöpfe aus der Diamantrosengarnitur
Diamantrosengarnitur Von den Rockknöpfen aus der Diamantrosengarnitur sind einige gestohlen worden. Bildrechte: Jörg Schöner
Hutschmuck, sogenannter Reiherstutz aus der Brillantgarnitur
Brillantgarnitur Dieser als Reiherstutz bezeichnete Hutschmuck entstand nach 1782. Die ungewöhnliche Hutzier gehörte zu dem 1807 erstmals verpfändeten Brillantschmuck König Friedrich Augusts I. und wurde später in der Brillantgarnitur inventarisiert. Auch der Reiherstutz kann nicht mehr im Grünen Gewölbe betrachtet werden. Bildrechte: Jürgen Karpinski
Epaulette mit dem sog. "Sächsischen Weißen" aus der Brillantgarnitur
Brillantgarnitur Die Epaulette der Brillantgarnitur mit einem großen Diamanten, dem sogenannten "Sächsischen Weißen", gelangte in die Hände der Diebe. Den "sächsischen Weißen" hatte August der Starke 1728 für 200.000 Taler erworben. Bildrechte: Jürgen Karpinski
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Brillantgarnitur Der ebenfalls gestohlene Bruststern des polnischen Weißen Adler-Ordens war vom Juwelier Jean Jacques Pallard zwischen 1746 und 1749 angefertigt worden. Es ist mit Brillanten und Rubinen besetzt. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen
Überblick über den Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen. Bildrechte: SKD, Jürgen Karpinksi
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Diese große Brustschleife ließ Kurfürst Friedrich August III. im Jahr 1782 für seine Gemahlin Amalie Auguste anfertigen. Die Gold- und Silbereinfassungen tragen 51 große und 611 kleine Brillanten. Die 556 Gramm schwere Brustschleife wurde noch gelegentlich von Königin Carola von Sachsen in den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrhunderts bei höfischen Veranstaltungen getragen. Auch sie wurde gestohlen. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Schmuckstücke aus dem Juwelenzimmer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Diese Hutaigrette in Form einer Sonne wurde ebenfalls entwendet. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)
Teilstück eines Muffhakens (Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen)
Diamantschmuck und die Perlen der Königinnen Dieses Teilstück eines Muffhakens wurde gestohlen. Es war zwischen 1746 und 1749 gefertigt worden. Bildrechte: Jürgen Karpinski
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Spur führt zum Remmo-Clan

Zwei Männer waren am 25. November 2019 in das Residenzschloss eingedrungen, hatten mit einer Axt Löcher in eine Vitrine des Schatzkammermuseums geschlagen und darin befestigte Juwelen herausgerissen. Von den etwa einem Dutzend Schmuckstücken aus Diamanten und Brillanten des 17. und 18. Jahrhunderts von kaum schätzbarem Wert fehlt seitdem jede Spur. Die Ermittler sind überzeugt, dass der Einbruch auf das Konto des Remmo-Clans geht, der auch für Straftaten wie den Diebstahl der 100 Kilogramm schweren Big Maple Leaf-Goldmünze aus dem Bode-Museum 2017 verantwortlich gemacht wird.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 19. August 2021 | 19:00 Uhr

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