Klimaprotest Umweltaktivisten blockieren Straßen in Dresden und Leipzig

Gegen den Ausbau von Öl, Kohle und Gas protestiert die Gruppe "Letzte Generation". Sie tritt vor allem mit Straßenblockaden in die Öffentlichkeit auf. Dabei kleben sich Demonstrierende auch mit Sekundenkleber auf den Asphalt.

Vier Aktivisten der Letzten Generation blockieren die Hansastraße in Dresden.
In Dresden hatten sich Aktivisten auf die Hansastraße geklebt, um gegen den Gebrauch von fossilen Brennstoffen zu protestieren. Bildrechte: xcitepress

In Dresden und Leipzig haben am Montag mehrere Klimaschützer gegen den Autoverkehr protestiert. Wie die Polizei in Dresden mitteilte, hatten sich am Morgen kurz nach 7 Uhr die Anhänger der Protestgruppe "Letzte Generation" auf die Hansastraße in Dresden kurz vor dem Neustädter Bahnhof begeben. Drei Männer im Alter von 22, 24 und 40 Jahren und eine Jugendliche im Alter von 16 Jahren blockierten die Fahrbahn in Richtung Stadtzentrum.

Hände mit Sekundenkleber festgeklebt

Die 16-Jährige verließ nach Aufforderung der Polizei selbst die Straße. Ein Mann wurde beiseite getragen. Die anderen Männer, die ihre Hände auf der Straße festgeklebt hatten, mussten von der Polizei mittels Olivenöl von der Fahrbahn gelöst werden. Die Aktion dauerte eine Stunde, dann war die Straße wieder frei. Polizisten leiteten den Verkehr zwischenzeitlich um. Gegen die Protestierenden wird nun wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und wegen Nötigung ermittelt.

Die Polizei löst mit Öl die an die Straße geklebten Hände.
Die Polizei löst mit Öl die an die Straße geklebten Hände. Bildrechte: MDR/Christof Stumptner

Letzte Generation: Wir brauchen zivilen Widerstand

Auch in Leipzig haben drei Umweltaktivisten eine Straße blockiert. Die Aktivisten wollen mit der Aktion darauf aufmerksam machen, auf fossile Brennstoffe zu verzichten und stattdessen stärker auf Wind- und Sonnenenergie zu setzen.

"Die Prognosen sind absolut dramatisch. Mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit erreichen wir die 1,5 Grad schon 2026", erklärte die 20-jährige Aktivistin Lina. Weil die Bundesregierung so weiter mache wie bisher, genüge es nicht mehr, zu demonstrieren, Petitionen zu unterschreiben und Kunstprojekte zu machen. Man brauche jetzt friedlichen zivilen Widerstand.

Umweltschützer blockieren eine Straße in Leipzig
Umweltschützer blockieren eine Straße in Leipzig. Bildrechte: Letzte Generation

Mitglieder der Gruppe hatten bereits vergangene Woche in Leipzig einen Uni-Hörsaal besetzt und eine Straße blockiert, indem sie sich mit Sekundenkleber auf der Fahrbahn festgeklebt hatten. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Nötigung ermittelt.

MDR (ma)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 16. Mai 2022 | 08:00 Uhr

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