Langebrück Experten: Verirrter Wolfswelpe bei Dresden fühlte sich bedrängt

In Langebrück bei Dresden hat sich in der vergangenen Woche ein Wolfswelpe verlaufen. Mehrfach blieb er in Zäunen stecken. Die Fachstelle Wolf weist Behauptungen zurück, der Wolf habe Menschen angreifen wollen.

 Ein verirrter Wolfswelpe ist im Dresdner Ortsteil Langebrück in einem Zaun stecken geblieben
Der in Langebrück verirrte Wolfswelpe ist nach Einschätzung der Experten wieder in die Dresdner Heide zurückgekehrt. Bildrechte: dpa

Ein in der Vorwoche im Dresdner Ortsteil Langebrück aufgetauchter Wolfswelpe hat sich nach Ansicht von Experten bei seiner Begegnung mit einem Einwohner nicht aggressiv verhalten. "Die Schilderungen des Vorfalls deuten darauf hin, dass der vier bis fünf Monate alte Welpe mit einem Abwehrverhalten reagiert hat", teilte die Fachstelle Wolf im Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft am Donnerstag in Dresden mit. Zuvor war der Ortsvorsteher von Langebrück davon ausgegangen, der junge Wolf habe einen Menschen angreifen wollen.

Welpe blieb bei Flucht vor Radfahrer im Zaun stecken

"Der Welpe war vorher mehrfach in Zäunen eingeklemmt gewesen. Durch den Versuch des Anwohners, ihn unter Zuhilfenahme eines Besens in Richtung Wald zu leiten, hat er sich bedrängt gefühlt und reagierte mit Abwehrverhalten", betonte Behördensprecherin Karin Bernhardt. Erfahrungen - auch bei Wildfängen von erwachsenen Wölfen - zeigten, dass sich das Abwehrverhalten nicht gegen Menschen, sondern gegen den eingesetzten Gegenstand richtet. In diesem Fall gegen den Besen. Bei der ersten Begegnung mit dem Welpen sei kein aggressives Verhalten des Welpen gegenüber Menschen berichtet worden.

Der Wolfswelpe war zunächst in einem Zaun stecken geblieben, als er vor einem Radfahrer flüchten wollte. Ein Tierarzt befreite ihn aus seiner Lage. Zunächst blieb unklar, ob das Tier den Weg in das etwa 200 Meter entfernte Waldstück Dresdner Heide wiederfand.

Experten raten, Wolf nicht in die Enge zu treiben

Später wurden den Experten gemeldet, er habe sich unter einem Tor aus Holzlatten auf einem anderen Grundstück erneut verfangen. Dessen Besitzer half dem Tier nach eigenem Bekunden aus der Klemme. Als er es dann mit einem Besen Richtung Wald treiben wollte, sei der Wolf auf den Mann zugelaufen, hieß es. Der habe mehrmals mit dem Stock auf das Tier eingeschlagen, worauf der Wolf das Weite suchte. Die Fachstelle Wolf im Landesamt empfiehlt in einem solchen Fall, so wenig wie möglich auf den Wolf zuzugehen und Flucht- und Rückzugsmöglichkeiten offen zu halten: "Wer einem Wolf begegnet, sollte sich ruhig verhalten und das Tier nicht in die Enge treiben."

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 17. September 2021 | 05:30 Uhr

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