Bahnverkehr Zugausfälle und Ersatzverkehr wegen Bauarbeiten im Elbtal bei Bad Schandau

Zwar laufen Vorplanungen zum Erzgebirgstunnel, der das Elbtal entlasten soll. Da das aber noch Zukunftsmusik ist, macht die Deutsche Bahn AG die bestehende Strecke zwischen Dresden und tschechischen Grenze "fit für die nächsten Jahrzehnte", wie der Verkehrskonzern selbst schreibt. Ab 25. Juni kommt es zu Einschränkungen im Zugverkehr. Über Monate steht nur ein Gleis zur Verfügung. In mehreren Bauphasen dauert die Sanierung bis 2025.

Ein Bus mit der Aufschrift Schienen-Ersatzverkehr und dem Logo der DB, Deutschen Bundesbahn im Display.
Bahnreisende im Elbtal müssen sich ab 25- Juni aus Einschränkungen und zeitweisen Ersatzverkehr einstellen. Das betrifft auch Fernzüge von und nach Tschechien. Bildrechte: IMAGO / Fotostand

Die internationale Bahnstrecke zwischen Dresden und Prag gilt als eine der dichtestbefahrenen Trassen in Deutschland. Güterzüge, S-Bahnen und internationale Reisezüge rollen oft im Minutentakt durch das enge Elbtal. Damit das künftig effizienter und störungsfreier funktioniert und zudem noch die Nerven der Anwohner schont, plant die Deutsche Bahn AG umfangreiche Bauarbeiten zwischen Bad Schandau und Dolní Žleb (Niedergrund). Am 25. Juni geht es los - verbunden mit Einschränkungen im Zugverkehr.

Streckensperrung vom 25. bis 26. Juni

Zum Einrichten der eingleisigen Baustelle finden vom 25. Juni (14 Uhr) bis zum 26. Juni 2022 (6 Uhr) Anpassungen im elektronischen Stellwerk sowie an leit- und sicherungstechnischen Anlagen statt, wie die Bahn mitteilte. Dadurch muss zwischen Bad Schandau und Schöna/Grenze die Strecke gesperrt werden. Die Folgen für Reisende:

  • Die Fernzüge der Linie EC27 Hamburg − Berlin − Dresden − Prag/Graz fallen zwischen Dresden Hauptbahnhof und Děčín (Tetschen-Bodenbach) aus. Als Ersatz fahren Busse zwischen Dresden und Ustí nad Labem (Aussig).
  • Die Züge der Linie S1 Meißen-Triebischtal - Dresden - Schöna enden in Bad Schandau. Ab 21:30 Uhr enden die Züge der S1 aus Meißen kommend bereits in Dresden Hauptbahnhof und werden durch Busse ersetzt.
  • Die Züge der Nationalpark-Linie U28 Děčín – Schöna – Bad Schandau – Sebnitz – Dolní Poustevna (Nieder Einsiedel) – Rumburk (Rumburg) fallen am 25. Juni ab 14 Uhr im Abschnitt Bad Schandau–Dolní Žleb aus und werden durch Busse zwischen Bad Schandau und Děčín ersetzt.
  • Die Ausflugszüge 5274, 5275, 5278 und 5279 der Linie RE20 Dresden – Děčín – Ústí nad Labem – Litoměřice město (Leitmeritz) fallen am 25. Juni in beiden Richtungen ersatzlos.

Ein Eurocity-Zug fährt an einem trüben Tag durch Dresden.
Bei den Eurocity-Zügen kommt es insbesondere an Montagen zu erheblichen Einschränkungen. Bildrechte: MDR/L. Müller

Einschränkungen bis Februar 2023 - besonders an Montagen

Während der umfangreichen Bauarbeiten ab 26. Juni bis Februar 2023 muss der Zugverkehr zwischen Bad Schandau und Dolní Žleb in beiden Richtungen über ein einziges Gleis rollen. Dadurch bleiben Einschränkungen im Zugverkehr bestehen, besonders an Montagen:

  • Die Fernzüge der Linie EC 27 Hamburg − Berlin − Dresden − Prag enden vom 27. Juni bis 5. Dezember an Montagen zwischen 8:50 Uhr bis 16:55 Uhr im Dresdner Hauptbahnhof. Als Ersatz fahren Busse zwischen Dresden und Ustí nad Labem. Die Railjets "Vindobona" morgens nach Graz und abends nach Berlin sind nicht betroffen.
  • Die S-Bahnen der Linie S1 Meißen Triebischtal - Dresden - Schöna fahren nur bis Bad Schandau. Ab Bad Schandau besteht ein Ersatzverkehr mit Bussen - auf der rechten Elbseite - bis Schmilka Grenzübergang.
  • Der Saisonzug von Leipzig in die Sächsische Schweiz wendet in Bad Schandau (Hinfahrt ab Leipzig Hbf. 8 Uhr, Rückfahrt ab Bad Schandau 17:15 Uhr).
  • Auf der U28 Děčín - Schöna - Bad Schandau - Sebnitz - Dolní Poustevna - Rumburk besteht kein direkter Anschluss in Bad Schandau von und zur S-Bahn. Montags zwischen 8:30 Uhr und 16:30 Uhr fahren Ersatzbusse zwischen Bad Schandau und Děčín.

Grenzüberschreitender Güterzug der DB AG mit Baureihe 189 Richtung Tschechien
Auch grenzüberschreitende Güterzüge, hier ein Containerzug der Deutschen Bahn bei Schöna, müssen umgeleitet werden. Bildrechte: MDR/L. Müller

Die Bauarbeiten haben auch Auswirkungen auf den internationalen Güterverkehr. Ein Teil der Güterzüge müsse umgeleitet werden, hieß es von der Deutschen Bahn.

Fünf Bauphasen bis 2025 geplant

Die Bahn will unter anderem ein neues elektronisches Stellwerk, neue Gleise und Oberleitungen sowie Stützmauern und Lärmschutzwände errichten. Bis 2025 sind die Arbeiten in fünf Bauphasen geplant.

  • Bauphase 1 (Juni – November 2022): eingleisiger Eisenbahnbetrieb zwischen Dolní Žleb und Bad Schandau auf dem elbseitigen Gleis zur Erneuerung der Oberleitungsanlage zwischen Staatsgrenze und Schöna sowie Bad Schandau Ost (Güterbahnhof) und Bad Schandau (Personenbahnhof)
  • Bauphase 2 (November 2022 – Februar 2023): eingleisiger Eisenbahnbetrieb zwischen Dolní Žleb und Bad Schandau auf dem bergseitigen Gleis ebenfalls zur Erneuerung der Oberleitungsanlage auf den Abschnitten der ersten Bauphase.
  • Bauphase 3 (2023): Arbeiten im Güterbahnhof Bad Schandau Ost
  • Bauphase 4 (2023 – 2025): Erneuerung des Hirschmühlenviaduktes nördlich des Haltepunktes Schmilka-Hirschmühle
  • Bauphase 5 (ab 2025): Fertigstellung des Güterbahnhofs Bad Schandau Ost

Ein roter Triebwagen fährt über eine Nebenbahnstrecke.
Die Nationalparkbahn wird im Abschnitt zwischen Bad Schandau und Děčín durch Busse ersetzt. Bildrechte: Schmidt - VVO

Anwohner und Urlauber in der Sächsischen Schweiz müssen sich während der Bauarbeiten auf Lärm durch schwere Technik wie Stopfmaschinen und zeitweise Bohr- und Rammgeräte einstellen.

Die Eisenbahnstrecke im Elbtal gilt als topographisch anspruchsvoll. Zudem ist die Trasse bei Unwettern häufig von Hangrutschen betroffen, andererseits setzen Elbe-Hochwasser dem Bahndamm zu.

Eine Modeleisenbahn 29 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Investitionen: Bahn holt Versäumnisse vergangener Jahre nach

Allein in diesem Jahr will die Deutsche Bahn rund 690 Millionen Euro allein in Sachsen in das Eisenbahnnetz und Bahnhöfe investieren und damit den Investitionsstau sowie vernachlässigte Instandhaltungsarbeiten der vergangenen zwei Jahrzehnte teilweise kompensieren.

MDR (lam)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten | 24. Juni 2022 | 14:30 Uhr

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