Fußball Polizei ermittelt gegen Dynamo-Fans wegen Landfriedensbruch

Während des Relegationsspiels von Dynamo Dresden gegen den FC Kaiserslautern gab es im Stadion tumultartige Szenen. Von Heim- und Gäste-Fans wurden Böller und Pyrotechnik gezündet. Sie landeten auch auf dem Rasen, weshalb das Fußballspiel kurzzeitig unterbrochen werden musste. Jetzt hat der DFB Verfahren gegen beide Vereine eingeleitet.

Dynamo Fans beim Spiel Dynamo gegen FCK
Zu Zusammenstößen zwischen den Fanlagern kam es laut Polizei nicht. Jedoch sind zwei Ordner von noch nicht ermittelten Dynamo-Fans verletzt worden. Bildrechte: dpa

Nach der Heimniederlage von Dynamo ermittelt die Polizei gegen etwa 30 randalierende Dynamo-Fans wegen Landfriedensbruch. Wie die Polizeidirektion Dresden am Mittwoch mitteilte, hatte sich die Gruppe am Dienstagabend widerrechtlich Zugang zum Stadiongebäude verschafft. Dabei wurden zwei Ordner verletzt. Des Weiteren gab es Steinwürfe auf einen der Shuttlebusse für die FCK-Fans. Hier wurden Ermittlungen wegen Sachbeschädigung eingeleitet.

Böller und Leuchtraketen aufs Spielfeld geworfen

Schon vor dem Anpfiff hatte in dem ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion eine hitzige Atmosphäre geherrscht. Dynamo-Fans pushten ihr Team mit einer riesigen Leinwand, auf der unter dem Bild eines Pitbulls der Spruch prangte: "Zähne zeigen - Klasse halten". Geholfen hat das allerdings nur wenig, nach der Heimpleite im Relegationsrückspiel gegen Kaiserslautern steigen die Schwarz-Gelben aus der 2. Bundesliga ab.

Aus dem mit 3.000 FCK-Fans besetzten Gästeblock flogen bereits vor dem Spiel mehrere Böller, weshalb die Partie zwei Minuten später angepfiffen wurde. Ein Feuerwerkskörper vom FCK-Fanblock landete sogar auf einem Zuschauerrang mit Dresdner Anhängern. Hier ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des Versuchs der gefährlichen Körperverletzung.

Dynamo steigt aus der 2. Liga ab
Bei dem Relegationsrückspiel gegen Kaiserslautern wurde im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion immer wieder Pyrotechnik gezündet. Bildrechte: IMAGO / Dennis Hetzschold

In der Nachspielzeit stand die Partie dann kurz auf der Kippe, weil aus dem Dresdner Fanblock Leuchtraketen und Böller auf den Rasen geworfen wurden. Zudem brannten auf den Rängen Dynamo-Vereinsfahnen. Für den Verein wird das Verhalten seiner Fans möglicherweise ein juristisches Nachspiel haben.

DFB befasst sich mit Fan-Verhalten

Auch der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) leitet wegen der Vorkommnisse Verfahren gegen Dynamo Dresden und 1. FC Kaiserslautern ein. Das teilte der DFB am Mittwoch mit.

Reaktion der Vereinsführung in Dresden

Der Verein kritisierte inzwischen das Verhalten einzelner Fans. In einer Pressemitteilung des Vereins teilte Dynamo Dresdens Geschäftsführer Jürgen Wehlend mit, dass er die große Enttäuschung, den Frust und die Wut der Fans absolut nachvollziehen könne. Sie hätten bedingungslos hinter dem Verein und der Mannschaft gestanden, trotz der sportlichen Talfahrt in der Rückrunde. Für die Entgleisungen nach Spielende gebe es aber keine Entschuldigung.

Ruhige Abreise der Fans

Polizeisprecher Thomas Geithner erklärte nach dem Abpfiff der Partie, dass die Abreise der Fans ruhig verlaufen sei. So seien die Fanblöcke außerhalb des Stadions nicht aufeinander getroffen. Vorsorglich wurden auch Wasserwerfer rund um das Stadion platziert, die aber nicht zum Einsatz kamen. Über dem Stadion kreiste am Abend zudem der Polizeihubschrauber. Darin verschafften sich Polizeieinsatzkräfte einen Überblick über die Lage.

Allerdings seien aus einem fahrenden Sonderzug mit Kaiserslautern-Fans Feuerwerksraketen abgefeuert worden. Der von FCK-Anhängern organisierte Zug war laut Polizei in der Nacht zu Mittwoch um 00:30 Uhr am Dresdner Hauptbahnhof gestartet. Kurz nach der Abfahrt seien die Raketen abgefeuert worden. Über dadurch verursachte Schäden sei nichts bekannt, sagte ein Polizeisprecher. Im Internet kursiert ein Video, das den Vorfall zeigen soll.

Shuttle-Busse für 3.000 Gästefans

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) hatten Busse als Shuttle eingesetzt, um die rund 3.000 FCK-Fans getrennt von Dynamo-Fans zum Stadion und zurück zu fahren. "Mit dem Einsatz solcher Gäste-Fanbusse hat die DVB in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen bei Dynamo-Spielen gemacht. So konnte der Verkehr rund um das Stadion weitgehend störungsfrei rollen", sagte ein DVB-Sprecher MDR SACHSEN. Die Polizei teilte am Mittwochmorgen mit, dass allerdings zwei Feuerlöscher in den Shuttle-Busse beschädigt wurden. Ansonsten sei die An- und Abreise der Fußballfans ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen.

Am Abend des Spiels wurde die Dresdner Polizei von der sächsischen Bereitschaftspolizei, Einsatzkräften aus Bayern, Sachsen-Anhalt und von der Bundespolizei unterstützt. 1.141 Beamte waren in Dresden.

MDR (Red)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 25. Mai 2022 | 06:00 Uhr

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