Wettbewerb So holte ein Schüler aus Dresden Gold bei der Mathe-Olympiade

Während Mathematik den einen die Schweißperlen auf die Stirn treibt, gibt es für andere nichts Schöneres. Letzteres sieht Oliver Eckstädt aus Dresden auch so. Bei der Mathe-Olympiade ist er vor Kurzem gegen Mathe-Asse aus ganz Deutschland angetreten - und holte eine Goldmedaille. Das überraschte auch seinen Lehrer.

Ein Junge mit Zahnspange und längeren Haaren zeigt seine Goldmedaille in die Kamera.
Stolz zeigt Oliver Eckstädt seine Goldmedaille, für die er bei der diesjährigen Mathe-Olympiade mit Logik und Strategie manche Nuss knacken musste. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

Mit Schulfächern wie Deutsch oder Kunst kann Oliver Eckstädt nicht viel anfangen. "Das ist mir alles zu unlogisch", sagt der 14 Jahre alte Schüler des Martin-Andersen-Nexö-Gymnasiums in Dresden. Seine Welt ist die Mathematik. Darin ist er äußerst erfolgreich.

Bei der bundesweiten Mathe-Olympiade holte der Dresdner kürzlich beim Finale in Magdeburg Gold - als Einziger aus Sachsen. Er zählt damit zu den besten Nachwuchsmathematikern des Freistaats. Insgesamt 14 Mal wurde die goldene Medaille vergeben. 200 Mathe-Asse aus ganz Deutschland waren zum Wettstreit angetreten.

Mathe-Olympiade: Sechs Aufgaben in neun Stunden lösen

An zwei Tagen mussten jeweils innerhalb von viereinhalb Stunden drei Aufgaben gelöst werden. Auf dem Programm standen unter anderem Kombinatorik, Gleichungssysteme und geometrische Beweise. Oliver Eckstädt verfolgte dabei stets vor allem ein Ziel: möglichst wenig zu schreiben.

"Je komplizierter die Aufgabe ist, desto kürzer ist der Beweis. Am besten schaut man sich die Aufgabe an und hat dann schon eine Idee", sagt Eckstädt, der während der mehrstündigen Prüfungen Prioritäten setzen musste: "Das waren auf jeden Fall schwere Aufgaben. Ich habe erstmal die erledigt, die leicht waren und an den anderen immer gearbeitet, wenn ich gerade einen Einfall hatte."

Je komplizierter die Aufgabe ist, desto kürzer ist der Beweis. Am besten schaut man sich die Aufgabe an und hat dann schon eine Idee.

Oliver Eckstädt Schüler am Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium in Dresden

Ein großes gelbes Gebäude mit einem schwarzen Schriftzug  - Martin-Andersen-Nexö Gymnasium.
Im Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium besucht Oliver Eckstädt die 8. Klasse. Die Schule ist bekannt für ihre vielen Mathe-Talente. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

Schüler will bei "Jugend forscht" Brettspiel analysieren

Strategie ist das richtige Stichwort, wenn es um die Pläne des 14-Jährigen geht. Denn 2023 will er sich nicht nur für das internationale Finale der Mathe-Olympiade in Japan qualifizieren, sondern außerdem mit einem Kumpel bei "Jugend forscht" mitmachen. Und bei diesem Projekt soll es um das Thema "Strategie" gehen.

"Wir wollen ein Brettspiel mathematisch analysieren", sagt der Schüler. Konkret gehe es um das Spiel "NMBR9", bei dem Zahlenplättchen aneinander oder übereinander gelegt werden müssen. "Wir wollen logisch eine bestimmte Spielstrategie beweisen", erklärt Eckstädt.

Dresdner Mathe-Ass hat Freude am Denken

Neben der Herausforderung im Denksport gibt es auch einen finanziellen Unterschied zwischen der Mathe-Olympiade und "Jugend forscht". Laut dem Dresdner Sieger wird Ersteres mit 150 Euro Preisgeld prämiert und Letzteres mit 1.500 Euro. Doch wenn man erlebt, mit welcher Begeisterung Oliver Eckstädt von der Mathematik spricht, scheint das Geld für seine Motivation kaum eine Rolle zu spielen. Vielmehr reize es ihn, beim Denken ständig neue Gipfel zu erklimmen, sagt er.

Nur eines mag er nicht: Langeweile. Daher haben ihm die Mathe-Olympiaden in der 5. und 6. Klasse noch nicht so zugesagt. "Das war noch recht leicht. Aber gleichzeitig musste man bei den Beweisen ziemlich viel aufschreiben. Das hat mir nicht gefallen", erzählt der 14-Jährige.

Oliver hat einen guten Mathe-Lehrer, der ihn immer ermutigt und gefördert hat.

Elisabeth Eckstädt Mutter des Goldmedaillen-Gewinners

Von klein auf Interesse an Mathe

Geht es um Mathematik, denkt der Dresdner Schüler aber nur selten so. Stattdessen packte ihn das Mathe-Fieber von klein auf. "Das Interesse für Mathematik war bei Oliver immer da", sagt seine Mutter Elisabeth Eckstädt. Bereits in der Grundschule habe er an Mathe-Wettbewerben teilgenommen. Dass er nun bei der Olympiade ganz vorne gelandet ist, habe auch mit seinem Fachlehrer zu tun. "Oliver hat einen guten Mathe-Lehrer, der ihn immer ermutigt und gefördert hat", sagt die Ingenieurin.

Mathe-Lehrer vom Erfolg seines Schülers überrascht

Doch obwohl Mathe-Lehrer Sven Gürtler weiß, was Oliver kann, war er zunächst überrascht, als er von dessen Goldmedaille hörte: "Gelegentlich lässt bei ihm die Sorgfalt zu wünschen übrig", sagt der Lehrer. Nicht immer könne man alles lesen. Auch die Rechtschreibung stimme manchmal nicht. "Doch jetzt sah auf einmal alles gestochen scharf aus. Ich habe ihn gefragt, ob er einen Sekretär mitgehabt hat", sagt Gürtler schmunzelnd.

MDR (sth/lkm)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Dresden | 23. Juni 2022 | 14:30 Uhr

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