Energiekrise Brennen auf Vorrat: Porzellan-Manufaktur Meissen erhöht Arbeitszeit

Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not: Nach der Lebensweisheit bereitet sich die Porzellanmanufaktur Meissen auf den Winter vor. Damit genug Teller und Tassen zum Bemalen da sind, sollte es wegen der Energiekrise an Gas mangeln, werden jetzt mehr Artikel gebrannt. Das hat Folgen für die Arbeitszeit der Belegschaft.

Blick in die Ofenhalle der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen.
Mehr Stunden als sonst arbeiten die Beschäftigten in der Ofenhalle der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen. Bildrechte: dpa

Um einen Vorrat an Weißporzellan anzulegen, hat die Porzellan-Manufaktur in Meißen ihre wöchentliche Arbeitszeit von 38 auf 42 Stunden erhöht. Mit der Vorratsproduktion will die Manufaktur versuchen, einem möglichen Gasmangel zu begegnen, sagte der Geschäftsführer Tillmann Blaschke MDR SACHSEN. Nach Firmenangaben arbeiten mehr als 400 Beschäftigte in der Manufaktur.

"Wir haben Kundenbestellungen für bemaltes Porzellan vorliegen, da können wir versuchen sicherzustellen, dass wir möglichst viel in Weiß vorproduziert haben. Dann kann später die Bemalung erfolgen." Außerdem stehe die Weihnachtszeit bevor. "Da wissen wir, welche Produkte gut laufen. Dort haben wir unsere Schwerpunkte gesetzt", so Blaschke.

Eine Auszubildende zur Porzellanmalerin bemalt in der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen eine Tasse.
Damit das weltberühmte Porzellan auch in Zeiten von Energiekrise oder möglicher Gasknappheit bemalt werden kann, wird jetzt mehr weißes Porzellan in Meißen gebrannt. Bildrechte: dpa

Kundschaft aus dem Ausland fehlt

Die Porzellan-Manufaktur Meissen geht davon aus, dass sie 2022 in etwa genau so viel Umsatz machen werde wie im vergangenen Jahr. Allerdings erschwere die strikte Null-Covid-Strategie in China mit Lockdowns und Reiseverboten und ein Embargo gegen Russland die Verkaufssituation. "Wir haben in Deutschland nicht die touristischen Besucher, wie wir sie früher hatten. Aus unterschiedlichen Gründen bleiben internationale Käufer weg", erklärte Blaschke.

Im ersten Coronajahr 2020 war der Umsatz um etwa zehn Millionen Euro auf knapp 27 Millionen Euro gesunken. Den operativen Verlust gab das staatliche Unternehmen damals mit 3,4 Millionen Euro an (2019: rund zehn Millionen Euro). 58 Prozent der hergestellten Artikel verkauft. Die anderen 42 Prozent finden Käuferinnen und Käufer im Ausland, informiert die Porzellanmanufaktur auf ihrer Homepage.

MDR (eka, kw)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 31. August 2022 | 18:30 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/36d5d33f-07f1-4304-b902-42255e98595d was not found on this server.

Mehr aus Meissen

Mehr aus Sachsen