Wegen Trockenheit Wasserentnahme in allen Landkreisen Sachsens verboten

Die Trockenheit dorrt Bäche, Flüsse und Teiche aus. Dazu lässt sie den Grundwasserspiegel sinken. Jetzt ziehen alle Landkreise in Sachsen die Reißleine und untersagen es, Wasser abzupumpen oder auch abzuschöpfen. In den Landkreis Bautzen und Meißen ist das Abpumpen bereits seit 2019 verboten.

Ein ausgetrockneter Flusslauf
Niedrige Flusspegel, kaum Wasser in den Bächen - viele Landkreise ziehen die Reißleine. Fast alle Landkreise in Sachsen haben Allgemeinverfügungen erlassen, die die Wasserentnahme zumindest zeitweise verbietet. Bildrechte: dpa

Landkreise ordnen Wasserstopp an

In Sachsen darf mittlerweile in keinem Landkreis mehr Wasser aus einem oberirdischen Gewässer abgepumpt werden. Damit reagieren die Landkreise auf die anhaltende Trockenheit.

Landkreis Leipzig zieht nach

Als letzter sächsischer Landkreis erließ der Landkreis Leipzig am 11. Juli die entsprechende Allgemeinverfügung. Sie gilt den Angaben zufolge bis zum 30. September. Durch die Trockenheit der vergangenen Wochen lägen die Wasserstände im mittleren Niedrigwasserbereich und darunter, hieß es aus dem Landratsamt. Einige Bäche seien bereits trocken und auch die Parthe führe bei Lindhardt kein Wasser mehr. Die geringen Wasserstände sorgten einerseits für eine geringere Fließgeschwindigkeit, sodass beispielsweise Schadstoffe nicht mehr ausreichend weggespült werden könnten und die Selbstreinigung nicht mehr funktioniere, teilte das Landratsamt mit.

Luftaufnahme aus einem Flugzeug zeigt Trockenschäden auf einem Getreidefeld
Sachsen leidet unter der Trockenheit - flächenübergreifend. Viele Flüsse drohen ernsthaft Schaden zu nehmen, wenn der Pegel weiter sinkt. Bildrechte: dpa

Verbot ab sofort in Görlitz

Andere Landkreise hatten die Wasserentnahme bereits vorher unterbunden. So ist im Landkreis Görlitz schon seit dem 1. Juli eine entsprechende Regelung in Kraft, die es untersagt, Wasser aus Flüssen, Teichen und Bächen zu entnehmen. Wegen der Trockenheit in den vergangenen Jahren hätte sich der Grundwasserstand noch nicht erholt, teilte die Behörde mit. Zusammen mit der aktuellen Hitze bestehe die Gefahr, dass die Gewässer bei weiterem Absinken der Pegel erheblichen Schaden nehmen.

Ein ausgetrockneter Flusslauf
Wo ist all' das Wasser hin? Viele Flussläufe drohen auszutrocknen oder sind es bereits. Bildrechte: dpa

Keine Wasserentnahme auch in Mittelsachsen und im Erzgebirgskreis

Wegen der anhaltenden Trockenheit verbieten auch der Erzgebirgskreis und Mittelsachsen das Abpumpen von Wasser. Die Wasserstände seien viel zu niedrig, viele Tiere und Pflanzen würden deshalb derzeit verenden. Daher ist es bis auf weiteres nicht mehr erlaubt, Wasser mittels Pumpen zu entnehmen.

Wasserstopp in Dresden

Auch in der Landeshauptstadt Dresden ist es viel zu trocken. Die Stadt hat deswegen auch hier die Entnahme von Wasser aus Bächen, Flüssen und Teichen untersagt. Das Verbot gilt ab sofort. Ausgenommen ist die Elbe. Die Beschränkung sei notwendig, da selbst mit gelegentlichen Niederschlägen keine baldige Besserung der Lage zu erwarten sei, gab die Verwaltung bekannt. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis 15. Oktober. Bis dahin darf Wasser weder mit Pumpen noch mit Schöpfgeräten entnommen werden. Wenn bei Gewässerkontrollen Verstöße festgestellt werden, könne das als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, hieß es. Das Bußgeld beträgt mindestens 50 Euro.

Hitze und Niedrigwasser an der Elbe
Niedrigwasser: Die Elbe ist geschrumpft, hat sich in Dresden bis zur Fahrrinne zurückgezogen. Bildrechte: dpa

Landkreis Zwickau, Nordsachsen und Vogtland ebenfalls mit Verbot

In den Landkreisen Zwickau, Nordsachsen, im Vogtlandkreis sowie im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gilt das Verbot bereit seit Mitte bzw. Ende Juni.

Grundsätzliches Verbot in Bautzen und Meißen

In den Landkreisen Bautzen und Meißen hat man das Abpumpen aus den Gewässern gleich grundsätzlich geregelt. Seit 2019 ist die Entnahme von Wasser bis auf Widerruf verboten. Damals hatte man eine Allgemeinverfügung erlassen, da die anhaltende Trockenheit und Wärme sehr niedrige Wasserstände zur Folge hatte. Hinzu kamen die Nachwirkungen der extremen Trockenheit im Jahr 2018. Da die Allgemeinverfügungen nicht widerrufen wurden, gelten sie bis heute, machten die beiden Landratsämter noch einmal deutlich. Erlaubt ist lediglich die Entnahme des Wassers durch "Handgefäße".

MDR (kt/vis/sth)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR UM 11 | 28. Juni 2022 | 11:30 Uhr

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