Sozialpolitik Bedarf für Grundsicherung in Sachsen stark gestiegen

Wenn die Rente nicht ausreicht, müssen Seniorinnen und Senioren Grundsicherung beantragen. In Sachsen steigt die Zahl der Bedürftigen laut Statistischem Landesamt weiter an. Die Corona-Pandemie und die Nullrunde bei den Renten verschärfe die Situation weiter. Die Linke fordert deswegen eine Mindestrente.

Die Hände einer alten Frau umfassen den Griff eines Gehstocks.
Ältere Menschen in Sachsen sind zunehmend von Altersarmut betroffen. Einige scheuen sich jedoch, eine Grundsicherung zu beantragen. Bildrechte: colourbox

Die Zahl der Menschen, die auf Grundsicherung angewiesen sind, ist in Sachsen stark angestiegen. Wie die Zwickauer Linke-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann unter Berufung auf Daten des Statistischen Landesamtes mitteilte, waren Ende März fast 31.000 Menschen auf Grundsicherung im Alter und bei einer Erwerbsminderung angewiesen. Das seien 485 mehr als im März des Vorjahres und mehr als 1.200 mehr als im März 2017, so Zimmermann. Im Juni 2020 hatte der Wert sogar bei 31.170 gelegen.

Dunkelziffer viel höher

"Es ist erschreckend, wie viele Menschen mit ihrer Rente nicht über die Runden kommen und Sozialhilfe beziehen müssen. Dabei dürfte die Dunkelziffer noch viel höher sein, denn viele beantragen die Leistungen gar nicht, obwohl sie ihnen zustehen - teils aus Überforderung, teils aus Scham", sagte die Sozialpolitikerin. Das gelte ganz besonders für diejenigen, die zum ersten Mal mit der Sozialhilfe in Berührung kämen.

Pandemie hat Situation verschärft

Zudem habe die Corona-Pandemie die Lage für arme Seniorinnen und Senioren nochmals verschärft, so Zimmermann weiter. Denn die Renten-Nullrunden bei hoher Inflationsrate kämen einer Rentenkürzung gleich. Dabei sei die Pandemie für ältere Menschen ohnehin schon mit enormen Einschränkungen und Mehrausgaben verbunden - zum Beispiel für Masken und Desinfektionsmittel.

Linke fordert Mindestrente

Auch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, würden infolge der Nullrunden noch häufiger auf die Grundsicherung angewiesen, meint Zimmermann. Die Linke fordert statt Nullrunden außerordentliche Rentenerhöhungen, bis das Rentenniveau des Jahres 2.000 wieder erreicht ist. Außerdem brauche es eine solidarische Mindestrente von 1.200 Euro, so die Forderung der Partei.

Quelle: MDR/mar/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 18. Juli 2021 | 12:00 Uhr

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