Konsumklima Ifo-Prognose: Sachsens Wirtschaftsaufschwung verzögert sich

Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie und Lieferengpässe bei Materialien bremsen die ostdeutsche Wirtschaft aus. Der im Sommer erwartete Aufschwung verschiebt sich auf 2022, sagt das Wirtschaftsinstitut Ifo. Immerhin: Sachsen steht laut Ifo etwas besser da als Ostdeutschland im Allgemeinen.

Ein Schweißer arbeitet an einem Stahlsegment für einen Windradturm.
Besonders die Industrie leidet unter Lieferengpässen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Der Aufschwung der Wirtschaft in Sachsen verzögert sich. Das sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Dresdner Ifo-Institutes, Joachim Ragnitz, bei der Vorstellung der Konjunkturprognose am Dienstag. Als Gründe nannte er Lieferengpässe in der Industrie sowie die Corona-Pandemie.

Die noch im Sommer erwartete wirtschaftliche Erholung sei so ausgebremst worden, so Ragnitz. Die coronabedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens hätten die kontaktintensiven Dienstleister gehemmt. Zusätzlich sorgten Lieferschwierigkeiten von Materialien für Verzögerung in der Industrie und im Baugewerbe.

Wachstum im nächsten Jahr wahrscheinlich

Anfang 2022 dürfte sich die Coronapandemie sich weiterhin dämpfend bemerkbar machen“, erklärte Ragnitz. "Sobald die Einschränkungen wegfallen, erholt sich die Wirtschaft erfahrungsgemäß schnell von der Krise." Im nächsten Jahr erwarten die Wirtschaftsforscher demnach eine Expansion über alle Wirtschaftsbereiche hinweg und damit einen Zuwachs des Bruttoinlandproduktes von ungefähr 3,7 Prozent für Gesamtdeutschland.

Etwas geringeres Wachstum in Ostdeutschland

Die Prognosen des Ifo-Instituts für Sachsen fielen etwas besser aus als für Ostdeutschland. Die Experten erwarten für 2021 ein Wachstum von 2,7 Prozent und für das kommende Jahr 3,4 Prozent. Sachsen sei etwas stärker von Industrie geprägt, sagte Ragnitz. Die Schätzungen für Ostdeutschland seien auch stark von der Situation in Berlin beeinflusst, das unter den Einschränkungen im Tourismus leide und vergleichsweise wenig industriell geprägt sei.

Die Prognosen beruhten allerdings auf der Annahme, dass die Lieferengpässe allmählich wieder abgebaut werden könnten. "So gesehen, ist diese Prognose natürlich mit erheblichen Risiken behaftet", schränkte Ragnitz ein.

Quelle: MDR (bj/mina)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 21. Dezember 2021 | 14:00 Uhr

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