Kritik an Bundesratsentscheidung Landesbauernverband Sachsen: Vorrangflächen nicht nur für Tierfutter nutzen

Der sächsische Landesbauernverband hat die Entscheidung des Bundesrats kritisiert, Brachflächen nur für den Anbau von Tierfutter nutzen zu dürfen. Die Flächen würden für die Ernährungssicherheit benötigt. Sachsens Umweltminister sieht das anders.

Weizenfeld
Der sächsische Bauernverband würde gerne auch Weizen und andere Lebensmittel auf den Brachflächen anbauen lassen. Das aber hat der Bundesrat abgelehnt. Bildrechte: IMAGO / Countrypixel

Ab Juli dürfen Landwirte ihre sogenannten ökologischen Vorrangflächen auch für den Anbau von Futtermitteln nutzen. Das hat der Bundesrat am Freitag beschlossen. Schon im Vorfeld hatte es daran Kritik von den Bauernverbänden gegeben. Nach der Entscheidung des Bundesrates äußerte der Vizepräsident des sächsischen Landesbauernverbandes, Hans-Uwe Heilmann, erneut sein Unverständnis.

Flächen sollen für Ernährungssicherheit geöffnet werden

Es sei nicht akzeptabel, dass man diese Flächen nicht für die Ernährungssicherheit weltweit öffne. Heilmann wies noch einmal darauf hin, dass Russland und die Ukraine als Exporteure beträchtlicher Mengen von Getreide, Soja, Raps und anderer Sonderkulturen durch den Krieg ausfielen.

Sachsens grüner Landwirtschaftsminister Wolfram Günther lobte dagegen die Entscheidung des Bundesrates. Die zusätzlichen Produktionskapazitäten der Brachflächen liegen lediglich im Zehntel-Prozent-Bereich, so der Minister. Günther sprach von "homöopathischen Mengen".  Für das Hungerproblem in Afrika und Asien mache dies null Unterschied. Der Schaden für Umwelt und Artenvielfalt wäre hingegen riesig.

Was sind ökologische Vorrangflächen? Wer als Landwirt Direktzahlungen aus der Agrarförderung der EU erhalten will, muss in der Regel fünf Prozent seiner Ackerflächen als ökologische Vorrangfläche bereitstellen.

Das können neben Brachflächen unter anderem auch Feldrandstreifen oder Aufforstungsflächen sein. Auf den Flächen müssen bestimmte Bewirtschaftungsregeln eingehalten werden. So dürfen zum Beispiel keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.

MDR (bd/vis)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 08. April 2022 | 22:00 Uhr

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