Corona-Pandemie Kritik an Kretschmers Lockerungsplänen aus Koalition und Opposition

Ministerpräsident Michael Kretschmer hat am Donnerstagnachmittag Lockerungen der sächsischen Corona-Beschränkungen angekündigt. Sein Vorstoß sorgt für Irritationen, nicht nur in der Opposition, sondern auch bei den in Sachsen mitregierenden Grünen.

Corona Schnelltest auf die Omikron Variante
Die Omikronvariante des Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

Parteien kritisieren die von Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) angestrebten Corona-Lockerungen. Trotz der zunehmenden Ausbreitung der sehr ansteckenden Omikronvariante hatte er am Donnerstag Öffnungen im Kultur- und Freizeitbereich sowie im Skibetrieb angekündigt. Des Weiteren werde über 2G+ in Hotels und Gaststätten diskutiert. Kretschmers Vorstoß sorgt für Irritationen und Verwunderung, auch bei den in Sachsen mitregierenden Grünen.

Grüne sehen brisante Lage

Angesichts der auf Sachsen möglicherweise zurollenden Omikronwelle befinde man sich in einer sehr brisanten Lage, sagte Christin Furtenbacher vom Landesvorstand der Grünen. Auch wegen der niedrigen Impfquote im Freistaat müsse man mit Bedacht vorgehen. Hier sei Kretschmer mit seinen Vorstellungen zum wiederholten Male vorgeprescht. Furtenbacher sagte im Interview mit MDR SACHSEN, man erwarte als Koalitionspartner, dass zunächst eine Abwägung innerhalb der Koalition stattfindet, bevor man mit entsprechenden Aussagen an die Öffentlichkeit geht. "Diese Art zu kommunizieren ist nicht förderlich für die Stärkung des Vertrauens der sächsischen Bevölkerung in die Corona-Politik", kritisierte die Grünen-Chefin.

Mit seinem unabgesprochenen Agieren schwächt Michael Kretschmer zudem das Vertrauen in die Zusammenarbeit in der Koalition. Die Corona-Pandemie verlangt besonnenes Abwägen und geschlossenes Handeln.

Christin Furtenbacher im Landesvorstand der Bündnis90/Die Grünen

Linke kritisieren pauschale Lockerung

"Würfelt der Ministerpräsident seine Pandemiepolitik täglich neu aus?", so die provokante Frage von Sachsens Linken. Es sei einerseits richtig, Fehler in den Regelungen zu beheben, jedoch "ist es ohne Sinn und Verstand, in der Delta-Welle die Schutzmaßnahmen zu erhöhen und dann unmittelbar vor der Omikronwelle pauschal Lockerungen anzukündigen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Linken-Politiker Rico Gebhardt, Susanne Schaper und Stefan Hartmann.

AfD gegen 2G+

Kritik kommt auch von der AfD, allerdings hier bezüglich der geplanten Einführung der Regeln gemäß 2G+, die nur durch eine dritte Corona-Impfung umgangen werden können. "Mit 2G+ nimmt die Regierung Kurs in Richtung eines Impfabos", meinte der sächsische AfD-Fraktionsvorsitzende Jörg Urban. Das liefe auf eine Diskriminierung von Ungeimpften und lediglich doppelt Geimpften hinaus. Zugleich werde indirekt eingestanden, dass die Impfungen weitaus weniger wirksam seien, als es den Bürgern noch vor wenigen Wochen hoch und heilig versprochen worden war, so Urban.

Quelle: MDR (ma)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 06. Januar 2022 | 17:30 Uhr

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