Schul-Rundbrief Sachsens Kultusministerium macht Schluss mit Genderstern und Co

Aufkleber mit Aufschrift *innen an einem Stromkasten
Bildrechte: imago images/Ralph Peters

An sächsischen Schulen sollen künftig keine Sonderzeichen für eine geschlechterneutrale Sprache mehr verwendet werden. Ein entsprechendes Schreiben an die Schulleiterinnen und Schulleiter sei vor Beginn des neuen Schuljahres verschickt worden, erklärte eine Ministeriumssprecherin am Dienstag. Darin geht es etwa um offizielle Schreiben, Briefe an die Eltern sowie Unterrichtsmaterialien. Laut Handlungsempfehlung soll dabei gänzlich auf Zeichen wie Gendersternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich verzichtet werden.

Zur Begründung heißt es im Schreiben: Diese Sonderzeichen erfüllten weder die Kriterien für eine gendergerechte Schreibung, noch entspreche sie den aktuellen Festlegungen des Amtlichen Regelwerks, hieß es in dem Schreiben. Mit dem Regelwerk meine man Vorgaben des "Rats für deutsche Rechtschreibung", so die Sprecherin.

Männliche und weibliche Form

Statt der Sonderzeichen empfiehlt das Ministerium die Verwendung von Paarformen wie "Schülerinnen und Schüler" oder geschlechtsneutrale Formulierungen wie etwa Lehrkräfte. Ziel sei eine gendergerechte und verständliche Sprache, hieß es. Mit der Regelung soll vor allem Klarheit geschaffen werden, betonte eine Sprecherin. Es soll aber weder Kontrollen noch Sanktionen geben.

Für die "normgerechte Umsetzung einer geschlechtergerechten Schreibweise" schlägt das Ministerium folgende Möglichkeiten vor:

  • geschlechtsbezogene Paarformen (z. B. Schülerinnen und Schüler),
  • geschlechtsneutrale Formulierungen (z. B. Lehrkräfte, Personal, Jugendliche),
  • Passivformen und Umschreibungen (z. B. Es wird gebeten, …; Alle, die dieses Angebot nutzen, …).

Befürworter Nicht nur Männer und Frauen einbeziehen

Befürworter der Genderformen mit Sternchen oder Unterstrich sehen darin eine Sprache, die auch Menschen einbezieht, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen. Das Bundesverfassungsgericht hatte 2017 den Weg für Intersexuelle freigemacht, sich als "divers" im Geburtenregister eintragen zu lassen.

Bei einer Befragung von MDRfragt von Ende Juli zum Thema hatten sich fast 26.000 Menschen aus Mitteldeutschland beteiligt. Nur 14 Prozent gaben an, dass das Anliegen, alle Geschlechter in der deutschen Sprache hör- und sichtbar zu machen, wichtig ist.

Die Gender-Debatte Die Debatte über Gendersternchen und ähnliche Sprachkonstrukte wie den Gender-Doppelpunkt polarisiert seit Jahren. Ziel des Genderns soll es sein, insbesondere, Frauen und nichtbinäre Personen sprachlich sichtbar zu machen.

Was steht im Duden? "Vom amtlichen Regelwerk nicht abgedeckt sind Schreibweisen wie die folgenden:

mit Genderstern (Asterisk): Schüler*innen
mit Binnen-I (wortinterne Großschreibung): SchülerInnen
mit Gender-Gap (Unterstrich; Doppelpunkt): Schüler_innen; Schüler:innen
mit Schrägstrich ohne Ergänzungsstrich: Schüler/innen"

(Quelle: Duden)

Quelle: MDR/st

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 31. August 2021 | 16:00 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/79f9f05e-297f-4895-a081-f6d7175f77fe was not found on this server.

Mehr aus Sachsen