Fotoaktion Zerstörte ukrainische Partnerstädte in Leipzig und Borna im Großformat

Bilder, die bewegen und erschrecken - in Borna und Leipzig werden derzeit auf großen Werbeflächen Fotografien der zerstörten, ukrainischen Partnerstädte Irpin und Kiew präsentiert. Sie zeigen, wie Menschen in Ruinen leben oder aus ihren Städten flüchten. Der Fotojournalist Emile Ducke dokumentierte in mehreren ukrainischen Städten das Ausmaß der Zerstörungen. Mit anderen Fotografen will er auf das anhaltende Leid der ukrainischen Bevölkerung aufmerksam machen.

Eine zerstörte Brücke in der ukrainischen Stadt Irpin. Ein Mann überquert die Trümmer der Brücke mit mehreren Kisten in den Händen.
Über eine zerstörte Brücke in Irpin versuchten Zivilisten im März 2022 in Richtung Kiew zu flüchten. Bildrechte: Johanna-Maria Fritz/Ostkreuz

Auf 23 großformatigen Werbeflächen im Stadtgebiet von Borna sind derzeit Bilder aus der ukrainischen Partnerstadt Irpin zu sehen. Organisiert hat die Aktion die Berliner Foto-Agentur Ostkreuz. Gezeigt würden keine Grausamkeiten, sondern die aktuelle Lebenssituation der Menschen in der Partnerstadt Bornas, erklärt der Berliner Fotograf Emile Ducke, der selbst in Irpin fotografiert hatte.

Flucht unter Artilleriebeschuss dokumentiert

Zusammen mit den Fotografinnen Johanna-Maria Fritz und Mila Teshaieva hielt der 28-Jährige, der schon für die "New York Times" und "Washington Post" arbeitete, die Flucht ukrainischer Zivilisten über eine zerstörte Brücke von Irpin nach Kiew im März 2022 fest. "Auf den Bildern sind Zivilisten zu sehen, die mit ihren Angehörigen sowie ihrem Hab und Gut unter russischen Artilleriebeschuss versuchen, auf die andere Seite des Flusses zu gelangen", schildert Emile Ducke.

Vor einem ausgebombten Wohnblock in Tschernihiw steht ein zerstörtes, rotes Auto. Zwei Personen laufen über die Trümmer.
Bildrechte: Emile Ducke/Ostkreuz

Anhaltende Notsituation soll sichtbar sein

Die Fotos der vergangenen Monate dokumentieren, dass die Not in Irpin weiter anhält, erklärt Ducke: "Mich hat das sehr erschüttert, zu sehen, wie die Leben der Menschen durch Russlands Krieg von einem Tag auf den anderen unterbrochen wurden und welchen Herausforderungen sie sich stellen müssen." Die Fotoaktion wolle die Menschen in Deutschland in ihrem Alltag erreichen, sagt der Fotojournalist: "Wir wollen Menschen beim Warten auf den Bus oder der Bahn mit diesen Lebenswirklichkeiten in der Ukraine konfrontieren."

Fotojournalist Emile Ducke
Der Fotojournalist Emile Ducke hat die Zerstörungen durch den Ukraine-Krieg in den Städten Kiew, Butscha, Charkiw, Lwiw und Irpin dokumentiert. Bildrechte: Tobias Kruse/Ostkreuz

Wir wollen Menschen beim Warten auf den Bus oder der Bahn mit diesen Lebenswirklichkeiten in der Ukraine zu konfrontieren.

Emile Ducke Fotojournalist

Auf 600 Werbeflächen Fotos gezeigt

Die Fotos in Borna sind noch bis 5. Dezember zu sehen. In Leipzig werden Fotomotive aus Kiew auf Werbeflächen bis zum 1. Dezember präsentiert. Neben den beiden sächsischen Städten, gibt es diese Aktion noch in fünf weiteren deutschen Kommunen. So werden neben Leipzig und Borna auch in Nürnberg, Freiburg im Breisgau, Bergisch Gladbach und Memmingen auf insgesamt 600 großformatigen Werbeflächen die Fotografien aus der Ukraine gezeigt.

MDR (phb/bbr)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten des Regionalstudios Leipzig | 28. November 2022 | 08:30 Uhr

Mehr aus Borna, Altenburg und Zeitz

Mehr aus Sachsen