Tradition Frühlingserwachen - Kinder wecken Bären in Torgau

Im Winter halten Bären in der Regel ihre Winterruhe. Von Mitte November bis Ende März liegt Meister Petz in seiner Höhle und wartet auf den Frühling. Auch die drei Bären von Schloss Hartenfels in Torgau, Jette, Benno und Bea, hatten sich in den kalten Wintermonate zurückgezogen. Doch jetzt steht der Frühling vor der Tür und am Mittwoch endete traditionell die Winterruhe der drei Bären mit lautstarkem Kindergebrüll.

Ein Bär liegt auf einem Baunstamm
In Torgau wurden am Mittwoch die Braunbären auf Schloss Hartenfels durch Kinderstimmen aus ihrer Winterruhe geholt. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk/Ines Adam

Auf Schloss Hartenfels in Torgau stand am Mittwoch wieder alles im Zeichen des "Bärenerwachens". Laute Kinderrufe waren weit über das Schlossareal zu hören. Die Rufe galten den drei dort lebenden Braunbären. Sie sollten damit traditionell aus ihrer Winterruhe geholt werden. Seit 2017 bekommt Bärenpflegerin Heide Grieser jedes Jahr dabei Hilfe von Kindergartenkindern. In diesem Jahr waren 19 Kinder der Kita "Weinskefrösche" aus Neiden der Weckdienst für die beiden neunjährigen Zwillinge Bea und Benno und die 34-jährige Jette.

Auf einer Brücke stehen viele Kinder und schauen in einen Graben, in dem ein Bär sitzt
Vorbei mit der Ruhe war es am Mittwoch für die Braunbären auf Schloss Hartenfels. Tradiotionell wurden sie mit viel Gebrüll von Kindergartenkindern geweckt. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk/Ines Adam

Kein wirkliches Wecken

Die Kinder hätten die Bären nicht wirklich geweckt, gab Bärenpflegerin Grieser bei MDR SACHSEN zu. Die drei seien schon längst munter.

Genau genommen haben sie in diesem milden Winter gar nicht richtig geschlafen.

Heide Grieser Bärenpflegerin Schloss Hartenfels

"Wir überlassen das unseren Bären selber, die entscheiden, wann und wie lange sie schlafen wollen", erklärte die Pflegerin. Die Bären hätten immer die Möglichkeit raus an die frische Luft zugehen und das würden sie auch gerne nutzen. Benno sei in diesen Wintermonaten noch am agilsten gewesen und habe sich ordentlich Winterspeck angefressen. Auch Bea sei in dieser Zeit ab und zu noch draußen im Gehege umher spaziert. Nur Jette, die älteste, habe die kalten Jahreszeit lieber drinnen verbracht, erzählte Grieser.

Ein Bär rennt in einem Gehege, ein anderer spielt mit einer Kugel
Im März 2021 wurde der große von insgesamt zwei Bärengräben unterhalb der Schlossbrücke generalüberholt und für die drei Tiere als artgerechter Freilebensraum gestaltet. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk/Ines Adam

Bärenhaltung jahrhundertalte Tradition

Die Bärenhaltung auf Schloss Hartenfels geht bis auf das Jahr 1425 zurück. Seit den 1950er Jahren gibt es das Bärenfreigehege, direkt am Schloss. Erst im März dieses Jahres wurde die Freianlage wieder für die Bären freigegeben, nachdem das größere Gehege für 70.000 Euro neu gestaltet wurde.

Unter anderem gibt es jetzt eine Brücke aus dicken Kiefernstämmen, einen neu angelegten Hügel, eine Steinhöhle und einen dicken Holzstamm, der mit Buchenholzteer eingerieben wurde, an dem die Bären ihr Rückenfell reiben. Auch das Wasserbecken wurde altersgerecht umgebaut. Damit Bärendame Jette problemlos ein- und aussteigen kann, wurde eine Rampe gebaut.

Ein Bär spielt mit einer Kugel, die mit einer Kette an einem Baum befestigt ist
Jette, Bea und Benno haben unter anderem einen neuen Hügel, eine Höhle und neues Spielzeug bekommen. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk/Ines Adam

MDR (bb)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHENSPIEGEL | 06. April 2022 | 19:00 Uhr

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