Tourismus "Wilder Robert" dampft noch bis Silvester durchs Döllnitztal

Sachsen ist erneut im Teil-Lockdown. Museen, Kinos und Theater sind geschlossen. Veranstaltungen gibt es keine. Ideen sind also gefragt. Eine Alternative wäre die Fahrt mit der Dampflok zwischen Mügeln und Oschatz. Noch bis Jahresende werden Fahrten angeboten. Wie sind schon mal mitgefahren.

Halloween-Feier in der Wilden Robert-Eisenbahn
Bildrechte: MDR/Friederike Schicht

Weiße Dampfschwaden verhüllen die Döllnitzbahn am kalten Sonntagmorgen. Pünktlich nach Fahrplan setzt sich die Dampflok am Bahnhof in Mügeln in Bewegung. An Bord sind vor allem Eltern mit ihren Kindern oder Großeltern mit ihren Enkeln.

Dadurch, dass man sowieso nirgendwo mehr hinkommt, machen wir halt das, was geht.

Mutter mit Kind

Alle Jahre wieder holt der nordsächsische Verein die schnaufende Lokomotive aus dem Schuppen. Die Strecke säumen auch diesen Winter weihnachtlich geschmückte Grundstücke und etliche Hobbyfotografen, die im morgendlichen Sonnenschein auf den dampfenden Zug warten. Während andere Schmalspurbahnen ihre Weihnachtsausflüge absagen mussten, darf die Döllnitzbahn auch in diesem Corona-Winter dampfen.

Dampf zieht magisch an

Heutzutage erfüllt die Döllnitzbahn ihre Aufgaben genauso zuverlässig wie vor über 130 Jahren. Mit ihren Dampf- und Dieselloks zählt die Schmalspurbahn zu den wichtigsten Tourismusfaktoren in der Region. Sie ist nicht nur eine Attraktion für Eisenbahnbegeisterte, nein, ganze Generationen sind mit dem schnaufenden Geräusch aufgewachsen und vertraut.

Die Döllnitzbahn fährt im Linienverkehr bei Mügeln (Sachsen).
Bildrechte: dpa

Ehrenamtlich schieben die vier Besatzungsmitglieder Dienst, fahren bis zum Abend hin und her. Die historische Technik mit all den Rädchen und Schläuchen, dem Zischen und Pfeifen hat sie verzaubert. Das jüngste Vereinsmitglied ist 15 Jahre alt.

Fußballspielen wäre für mich nichts, ich mag dieses Alte, die urigste Form der Technik, das ist halt spannend.

Eddie Menzel Vereinsmitglied "Wilder Robert"

Nach rund 30 Minuten fährt der Zug in Oschatz ein. Auch hier warten wieder etliche Familien. Auf eine weitere Dampffahrt durch das weihnachtliche Döllnitztal. Alle Fahrten werden unter Einhaltung der hygienischen Vorgaben durchgeführt. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, gilt in den Zügen die Pflicht, eine FFP2 Maske zu tragen. Seit dem 24. November gilt zudem die 3G-Regel. Für eine Mitfahrt benötigt man entweder einen Geimpft- oder Genesenen-Nachweis oder einen tagesaktuellen negativen Coronatest.

Quelle: MDR (jc/fs)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Leipzig | 23. Dezember 2021 | 16:30 Uhr

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