Arbeitsniederlegungen Stiller Streik: Amazon-Beschäftigte bleiben am "Black Friday" zuhause

Etwa 400 Amazon-Beschäftigte in Leipzig sind für über 24 Stunden in den Streik getreten. Dazu hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. Aufgrund der Corona-Pandemie bleiben die Mitarbeiter zuhause und halten damit einen "stillen Streik" ab. Der sogenannte "Black Friday" soll potentielle Käufer mit besonderen Schnäppchen locken und gehört zu den umsatzstärksten Tagen für Amazon. Der Streik trifft das Versandunternehmen damit an diesem Tag besonders hart.

Seit Mitternacht streiken rund 400 Beschäftigte von Amazon am Standort Leipzig. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi dauern die Arbeitsniederlegungen bis einschließlich Sonnabend um 19 Uhr. Aufgrund der Corona-Pandemie sollen die Streikenden in dieser Zeit zu Hause bleiben. Zwischen 5 und 6 Uhr am Freitagmorgen hatten sich einige Amazon-Mitarbeiter vor dem Werk getroffen, um ihre Forderungen auf Plakaten zu präsentieren. Es gebe zwei zentrale Ziele, erklärt Ronny Streich, Gewerkschaftssekretär bei Verdi in Leipzig: "Wir fordern die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels durch Amazon sowie den Abschluss eines Tarifvertrags für gute und gesunde Arbeit."

Am Aktionstag "Black Friday" sind rund 400 Amazon-Angestellte in Leipzig in den Streik getreten.
Am Aktionstag "Black Friday" zeigen Amazon-Mitarbeiter ihre Forderungen an den Versandhandel auf Plakaten. Bildrechte: Tobias Junghannß

Am Freitag findet der sogenannte Black Friday statt – ein Aktionstag des Handels, an dem Kunden den Angaben zufolge mit größeren Rabatten einkaufen können. Der Konzern Amazon beteiligt sich an dem jährlichen Aktionstag. Pakete des Versandhändlers würden durch den Streik verspätet geliefert werden, da nicht nur am Standort Leipzig, sondern bundesweit gestreikt werde, erklärte Gewerkschaftssekretär Streich.

Auf Nachfrage gibt das Unternehmen Amazon jedoch an, es sehe keine Auswirkungen des Streiks auf seine Kunden. Die Mehrheit der Amazon-Mitarbeiter sei während des Streiks weiter in den insgesamt 17 Logistikzentren bundesweit im Einsatz.

Quelle: MDR/ps

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