Forschungserfolg Bäume im Leipziger Auwald können Hilferufe senden

Wissenschaftler haben erstmals die chemischen Hilferufe gestresster Bäume unter natürlichen Bedingungen nachgewiesen. Im 40 Meter hohen Kronendach des Leipziger Auwaldes konnten sie zeigen, wie die Bäume bei einem Befall durch Raupen und andere Pflanzenfresser mit Duftstoffen räuberische Insekten und sogar Vögel anlockten. Das teilte die Schiller-Universität in Jena am Mittwoch mit. Die chemischen Hilferufe seien so wirksam, dass sie die Zusammensetzung der Insektengemeinschaft im Blätterdach maßgeblich bestimmten. Dieses Wissen könnte künftig für die natürliche Schädlingsbekämpfung in Land- und Forstwirtschaft genutzt werden.

Erster Nachweis in der Natur

Dass Pflanzen bei Schädlingsbefall chemisch parasitierende Wespen, Raubwanzen und sogar Vögel anlocken können, sei bei ausgewachsenen Bäumen bislang nie in einer realistischen Umgebung getestet worden, sagte der ehemalige Leiter der Studie, Martin Volf vom Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig (iDiv). Möglich gemacht habe dies eine Kombination von Methoden von Tierverhaltensexperimenten in 40 Metern Höhe auf dem iDiv-Auwaldkran bis hin zur molekularen Analyse der Pflanzenduftstoffe.

Quelle: MDR(lt)/dpa

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