Rettungsübung Großalarm in Leipzig: Giftaustritt in Zug simuliert

Großalarm in Leipzig zu später Stunde am Mittwochabend: Dutzende Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten rücken zum S-Bahnhof am Wilhelm-Leuschner-Platz aus. Der Gegenstand der Großschadens-Übung: In einem Personenzug tritt ein unbekannter Stoff aus. Die Einsatzkräfte vor Ort mussten zeigen, ob sie mit einem solchen Horror-Einsatz zurechtkommen.

Vier Einsatzkräfte des ASB laufen mit diversen Einsatz-Equipment in Richtung einer Großschadens-Übung. Im Hintergrund sind vielen Rettungsdienst-Fahrzeuge zu sehen.
Am S-Bahnhof am Wilhelm-Leuschner-Platz waren Dutzende Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei bei einer Großschadens-Übung beteiligt. Bildrechte: LausitzNews/Erik-Holm Langhof

Zu einer Großalarm-Übung am S-Bahnhof Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig sind Einsatzkräfte der Feuerwehr, Polizei und des Rettungsdienstes am Mittwoch gegen 23 Uhr gerufen worden. Dabei wurde nach Feuerwehr-Angaben im Leipziger Citytunnel simuliert, was passieren würde, wenn in einem Zug eine unbekannte, gefährliche Flüssigkeit austritt. Statisten stellten insgesamt 15 Verletzte dar, die mit dem unbekannten Stoff kontaminiert wurden.

Der Großalarm sei für alle Einsatzkräfte unangekündigt gekommen, erklärt der Leiter der Branddirektion Leipzig, Axel Schuh: "Wir haben aus der Kalten heraus alarmiert." Im Leipziger Citytunnel fanden schon andere Großschadensübungen wie Brandereignisse statt: "Der Citytunnel gehört zu den Objekten mit einem besonderen Gefahrenpotential."

Kontaminierte Personen werden gereinigt

Während der Übung wurden die Verletzten und Unverletzten durch die Einsatzkräfte aus dem Bahnhof nach oben gebracht. Dort wurden sie von Rettungskräften behandelt und teilweise in Krankenhäuser gefahren. Im Zuge der Übung sei der unbekannte Stoff bei einem Verletzten und einigen Feuerwehrkräften festgestellt worden, erklärt Axel Schuh. Dazu wurde ein Probe-Stoff verwendet, der gemessen werden konnte. Die kontaminierten Personen wurden in einer für den simulierten Großalarm installierten Dekontaminierungs-Strecke gesäubert.

Das Bild zeigt eine Großschadens-Übung. Am Boden liegt ein verletzter Mann, die durch zwei männliche Rettungssanitäter vom ASB betreut wird. Eine Polizistin schreibt auf einen Block die Schadensereignisse. Ein Mann und eine Frau vom DRK stehen den ASB-Rettungssanitätern helfend beiseite. Im Hintegrund sind an einem S-Bahn-Eingang weitere Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und der Feuerwehr zu sehen.
Statisten spielten verletzte Personen, die mit einem unbekannten Gefahrenstoff kontaminiert wurden. Bildrechte: LausitzNews/Erik-Holm Langhof

Axel Schuh zeigt sich mit dem Verlauf der Übung zufrieden: "Die Übung ist gut verlaufen. Alle notwendigen Einsatzkräfte waren beteiligt. Vor Ort habe ich keine groben Fehler gesehen."

Die Übung ist gut verlaufen. Alle notwendigen Einsatzkräfte waren beteiligt. Vor Ort habe ich keine groben Fehler gesehen.

Axel Schuh Leiter der Branddirektion Leipzig

Großalarm-Übung muss regelmäßig stattfinden

Nach Angaben von Branddirektions-Direktor Schuh waren 70 bis 80 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr, Rettungsdiensten, Bundes- und Landespolizei an der Übung beteiligt. Die Großalarm-Simulation muss in Leipzig aller zwei Jahre stattfinden und wird danach in den Rettungsdienststellen ausgewertet.

Gegen 1.30 Uhr am Donnerstag konnte die Übung am Wilhelm-Leuschner-Platz beendet werden.

MDR (phb)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 18. August 2022 | 10:30 Uhr

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