Infektionskrankheit Leipziger Kinderärztin: "Sehen Rückgang bei den Ansteckungen mit RS-Virus"

Für Eltern kleiner Kinder war die letzte Zeit hart. Viele mussten mit Kindern zu Hause bleiben, die sich mit dem RS-Virus angesteckt hatten. Kinderärzte und Kliniken arbeiteten am Limit. Jetzt gibt es gute Nachrichten.

Kinderärztin hört Atmung eine kleinen Kindes ab (Symbolfoto) 2 min
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Im Gespräch: Melanie Ahaus, Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte Sachsen und Kinderärztin in Leipzig über RS-Virus-Infektionen bei Kindern.

MDR JUMP Di 30.11.2021 19:50Uhr 01:48 min

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Schlimmer Husten, Fieber, Atemnot: In diesem Herbst haben sich vergleichsweise viele jüngere Kinder mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (kurz: RSV) angesteckt. In manchen Kita-Gruppen fehlten mehr als drei Viertel der Kinder. Der Infekt der oberen Atemwege verlief bei manchen Säuglingen und Kleinkindern zudem so schwer, dass sie ins Krankenhaus mussten. In manchen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt und Bayern waren auf einigen Kinderstationen kaum noch Betten frei.

Mehrfachbelastung für Kinderärzte

Viele Kinderärzte arbeiten seit Monaten am Anschlag. Sie behandeln die kleinen Patienten nach Ansteckungen mit dem RS-Virus und mit anderen Erkältungskrankheiten und müssen sich oft auch noch um Corona-Abstriche für Kita-Kinder und Schüler kümmern. Sie sind zudem Ansprechpartner für die Eltern, die viele Fragen zu Corona-Infektionen unter Kindern und zu möglichen Impfungen haben.

Über die aktuelle Situation jetzt Ende November hat MDR JUMP mit der Kinderärztin Melanie Ahaus gesprochen. Die Medizinerin ist Sprecherin des Landesverbandes Sachsen vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

MDR JUMP: Frau Ahaus, Ende Oktober hatten Kinderkliniken in Sachsen-Anhalt und Sachsen vor Überlastung gewarnt. Wie ist die aktuell die Situation bei den Ansteckungen mit dem RS-Virus?

Kinderärztin hält ein Baby bei einer Untersuchung (Symbolfoto)
Melanie Ahaus: RS-Viren sind vor allem für Säuglinge, Frühgeborene und Kinder mit Vorerkrankungen gefährlich. (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Westend61

Melanie Ahaus: Wir haben tatsächlich gerade in der Praxis darüber gesprochen, dass wir im Moment erfreulicherweise einen Rückgang sehen. Wir hatten sehr viele frühe Verläufe im September. Da wurden wir fast überrannt mit Fällen von am RS-Virus erkrankten Kinder. Gefühlt geht es im Moment zurück und wir haben in der Praxis aktuell kaum Fälle.

Wie erklären Sie sich den Rückgang bei der Zahl der Ansteckungen?

Wahrscheinlich hat das viele Gründe. Vielleicht auch, dass die Eltern jetzt wieder vorsichtiger sind und Kinder aus den Einrichtungen nehmen. Im Moment empfehlen wir Eltern auch länger die Kinder zu Hause zu lassen, als man das vielleicht sonst machen würde. Natürlich schicken die Kindergärten die Kinder auch schneller nach Hause, aus Angst vor Corona. Und das hat dann vielleicht auch eine Folge für andere Erkältungskrankheiten.

Die Corona-Ansteckungszahlen bei Kindern gehen gerade stark nach oben. Infektionen mit dem RS-Virus gehen zurück, aber es gibt sie noch. Gibt es einen Zusammenhang zwischen beiden Viren?

RS-Viren sind in erster Linie für kleine Kinder, also Säuglinge, vor allem Frühgeborene und Kinder mit Vorerkrankungen gefährlich. Und in dieser Altersgruppe sehen wir eigentlich so gut wie überhaupt gar keine Corona-Erkrankungen. Das spielt sich im Moment eher bei den Jugendlichen ab – oder den größeren, den Schulkindern.

Das heißt, man hat kein höheres Risiko, am RS-Virus zu erkranken, wenn man Corona hat? Oder umgekehrt: Wenn man sich mit dem RS-Virus angesteckt hat, dann an Corona zu erkranken?

Rein theoretisch natürlich schon. Wenn so ein kleiner Säugling eine RS-Virus-Infektion hat, dann ist natürlich das Immunsystem geschwächt. Da wäre es ein Leichtes, auch noch an Corona zu erkranken. Rein theoretisch eben. Aber das ist bislang noch nicht vorgekommen. Alle Kinder, die wir wegen RS-Viren ins Krankenhaus schicken mussten, kriegen auch automatisch einen Coronavirus-Abstrich. Bei unseren Patienten und auch bei denen von Kollegen kam das eigentlich nicht vor, dass beides positiv ist.

Dieses Thema im Programm: MDR JUMP - Die Themen des Tages | 30. November 2021 | 19:50 Uhr

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