Ukraine-Krieg Klitschko zu Stadtrat Leipzig: Sehen, wer unsere echten Freunde sind

Im vergangenen Jahr war der Bürgermeister der Stadt Kiew, Vitali Klitschko, persönlich in Leipzig. Die Städtepartnerschaft zwischen den Städten besteht seit mehr als 60 Jahren. Jetzt, in Kriegszeiten, hält die Verbundenheit an. Klitschko wandte sich in einer Videobotschaft an den Stadtrat.

Projektorbild - Klitschko-Rede im Leipziger Stadtrat
Vitali Klitschko schilderte per Video-Botschaft die Lage in Kiew. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In einer bewegenden Rede hat Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko im Leipziger Stadtrat gesprochen. In einer Videoübertragung bedankte sich Klitschko zunächst für die Unterstützung der Ukraine. "Es ist wichtig, in dieser schwierigen Zeit zu sehen, wo unsere echten Freunde sind. Das schätzen wir sehr. Das werden wir niemals vergessen."

Es ist wichtig, in dieser schwierigen Zeit zu sehen, wo unsere echten Freunde sind

Vitali Klitschko Bürgermeister von Kiew

Horror in Vororten von Kiew wie Butscha

Allein in Kiew seien mehr als 100 Gebäude zerstört worden, viele Bürger - darunter auch Kinder - seien getötet worden, Infrastruktur und Wohngebiete lägen in Trümmern. Die Zustände in den Satellitenstädten von Kiew seien "ein Horror". In Butscha seien hunderte Menschen getötet worden. Genaue Zahlen gebe es nicht. "Die Stadt ist völlig zerstört, die Infrastruktur existiert nicht mehr." Dennoch seien viele Menschen nicht deprimiert oder in Panik, sondern wütend und wollten ihr Land verteidigen.

Musiker, Künstler, Ärzte - heute ein Teil der zivilen Verteidigung.

Vitali Klitschko Bürgermeister von Kiew

Klitschko: "Wir verteidigen Eure Werte"

Die ukrainischen Bürger und Soldaten verteidigten nicht nur ihre Familien und Häuser, sondern auch "unsere Werte und Prinzipien". Die Ukraine wolle Teil von Europa sein. "Wir wollen nicht in einem Land leben, wo es keine Menschenrechte, keine Pressefreiheit und keine demokratische Werte gibt". Klitschko dankte Deutschland ausdrücklich für die Hilfe und Unterstützung unter anderem durch die Lieferung von Lebensmitteln und Waffen. Er hoffe weiterhin auf eine diplomatische Lösung zur Beendigung des Krieges, auch wenn er diese derzeit nicht sehe.

Wir haben unsere Vision, ein Teil der europäischen, demokratischen Familie zu sein.

Vitali Klitschko Bürgermeister Kiew

Projektorbild - Klitschko-Rede im Leipziger Stadtrat
Nach Klitschkos Rede gedachte der Stadtrat der Opfer des Kriegs gegen die Ukraine mit einer Schweigeminute. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Oberbürgermeister Jung: 8.000 Geflüchtete in Leipzig

Kiew ist seit 1961 Partnerstadt Leipzigs. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte seit Beginn des russischen Angriffs-Kriegs immer wieder seine Solidarität mit der Ukraine bekundet. Am Mittwoch wiederholte Jung das Versprechen, so viel wie möglich zu helfen und Hilfsgüter nach Kiew zu schicken. "Wir können nur erahnen, welches Leid sich in der Ukraine und in Kiew abspielt", sagte Jung. 8.000 Geflüchtete aus der Ukraine seien bereits in Leipzig untergekommen. "Wir möchten alles dafür tun, dass sie bei uns gastfreundlich aufgenommen werden".

MDR (kb)/dpa/epd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 13. April 2022 | 19:00 Uhr

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