Illegale Exporte Zoll findet Paket mit geschützten Seepferdchen am Leipziger Airport

In China und anderen asiatischen Ländern gelten die Meerestiere als Potenz und Heilmittel. Darum sind die seltenen Tiere sehr begehrt. Der Zoll beschlagnahmt immer iweder die illegale Ware. Wie im aktuellen Fall sitzen die Produzenten häufig in Afrika. Der Zoll beschlagnahmte die illegale Ware, weil sie gegen den Artenschutz verstößt.

Ein Beamter des Zoll führt Kontrollen auf Schwarzarbeit durch.
Der Zoll hat am Leipziger Flughafen 844 getrocknete Seepferdchen gefunden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Danke, Kollege Spürnase! Ein auf Artenschutzverstöße trainierter Dienst-Labrador des Zolles hat am Flughafen Leipzig/Halle bei einem verdächtigen Paket angeschlagen.

ein Hund im Studio
So ein Zoll-Spürhund der Rasse Labrador erschnüffelte das verdächtige Paket. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Getrocknete Seepferdchen im Paket verschickt

Als die Beamten die Luftfrachtsendung öffneten, kamen 844 Stücke getrockneter Seepferdchen mit insgesamt fünf Kilogramm Gewicht zum Vorschein. Das Paket sollte aus dem Senegal über Deutschland nach Laos transportiert werden. In einigen asiatischen Ländern gelten Seepferdchen als Heil- und Potenzmittel gelten - sie werden zu Pulver gerieben und in Suppen und Salben gestreut.

Spezial-Hunde erschnüffeln geschützte Tiere und Pflanzen

"Für den Zoll sind solche speziell trainierten Hunde ein Hilfsmittel, um Verstöße aufzuspüren. Neben Hunden, die Betäubungsmittel oder Geldscheine aufspüren, war der betreffende Hund auf Artenschutzverstöße trainiert", erklärt Marvin Christmann vom Hauptzollamt Dresden MDR SACHSEN. Darunter fällt auch der illegale Handel mit Tierhäuten, Fellen oder geschützten Pflanzen.

Zollbeamte haben bei der Kontrolle einer Luftfrachtsendung am Flughafen Leipzig-Halle 844 getrocknete Seepferdchen gefunden
Die getrockneten Seepferdchen sollten vom Senegal über Deutschland nach Laos gelangen. Bildrechte: dpa

Zollfahnder übernehmen Ermittlungen

Im konkreten Fall der Seepferdchen haben die Zollfahnder die weiteren Ermittlungen übernommen. Sie wollen auf die Spur der Hintermänner kommen.

Seepferdchen (lat. Hippocampus) zählen zu den gefährdeten Tierarten und unterliegen dem Schutz nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Die widerrechtliche Ein- bzw. Durchfuhr stellt einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz dar und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe geahndet werden.

Luftaufnahme Flughafen Leipzig Halle
Bildrechte: IMAGO / Steffen Schellhorn

Der Zoll leistet mit seinen Kontrollen einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt von Tier- und Pflanzenwelt. Die Zöllnerinnen und Zöllner des Hauptzollamtes Dresden stellten 2021 in 212 Fällen insgesamt 1.965 artengeschützte Tiere und Pflanzen sowie daraus hergestellte Produkte sicher.

Wer sich vor Ort mit der Arbeit des Zollhauptamtes Dresden beschäftigen will, kann das beim "Tag des Zolles" am 4. September von 10 bis 18 Uhr im Sportpark Ostra. Dort werden auch die Zollspürhunde vorgeführt.

MDR (wm)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 20. Juni 2022 | 19:00 Uhr

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