Förderprogramm Sachsen unterstützt lernschwache Kinder und Erwachsene mit Defiziten

Sachsen fördert mit gut 29 Millionen Euro das Lernen benachteiligter Kinder und die Bildung Erwachsener mit Defiziten. Die EU bezuschusst Projekte mit zusätzlichen 43,5 Millionen Euro. Sachsens Kultusminister Piwarz sieht darin gut angelegtes Geld und plädiert für eine frühzeitige Förderung.

Ein Erstklässler lernt schreiben
Sachsen will benachteiligte Kinder früh fördern. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / U. J. Alexander

Sachsen unterstützt weiterhin benachteiligte Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Das Kabinett hat am Dienstag eine entsprechende Förderrichtlinie des Kultusministeriums bestätigt. Sachsen könne in den nächsten Jahren rund 73 Millionen Euro in zusätzliche Angebote investieren, teilte das Kultusministerium mit. Davon kämen rund 43,5 Millionen Euro von der Europäischen Union und rund 29,2 Millionen Euro stelle der Freistaat Sachsen zur Kofinanzierung bereit. Die Fördersätze liegen für die Projekte zwischen 95 bis 100 Prozent.

Piwarz: Hilfe für Menschen, "die es nicht leicht haben"

Das Geld sei gut angelegt und komme Menschen zu Gute, "die es nicht leicht haben", sagte Kultusminister Christian Piwarz. Der CDU-Politiker plädierte für einen frühzeitigen Förderbeginn.

Von Geburt an wächst der Bildungsabstand zwischen den Kindern. Wir müssen daher früh mit der intensiven Förderung in unseren Kindertagesstätten anfangen, denn hier werden die Weichen für das weitere Lernen gelegt.

Christian Piwarz Kultusminister Sachsen

Ziel sei es, durch zusätzliche Unterstützungsangebote die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Lern-, Leistungs- und Entwicklungsschwierigkeiten zu verbessern. Auch der Bereich des "Lebenslangen Lernens" wird mit der Richtlinie umfasst, der Angebote für Erwachsene finanziert.

Das sind die Förderbereiche

  • Kita-Programm "Kinder stärken": Für weitere fünf Jahre können in sächsischen Kindertageseinrichtungen, die einen hohen Anteil an Kindern mit Entwicklungsrisiken haben, zusätzliche Fachkräfte zur Unterstützung eingesetzt werden.
  • Schülercamps: Gefördert werden Schülercamps zur Verbesserung der Lernmotivation und Sozialkompetenzen von versetzungsgefährdeten Schülerinnen und Schülern.
  • Umschulungen (Lebenslanges Lernen): Um dem Fachkräftemangel im sozialen Bereich entgegenzuwirken, beteiligt sich der Freistaat an der Förderung von Umschulungen für den Erzieherberuf und die Krankenpflegehilfe. So können geeignete Arbeitslose und Wiedereinsteigende nach Familienzeiten, die die Voraussetzungen für die Förderung der beruflichen Weiterbildung erfüllen, weiter als Fachkräfte ausgebildet und in den Arbeitsmarkt integriert werden.

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Grundbildung für Erwachsene

Ferner sollen nach Angaben des Ministeriums Erwachsene "mit erheblichen Lese- und Schreibschwierigkeiten durch Kursangebote zur Alphabetisierung und Grundbildung" unterstützt werden. Für die Zukunft seien alternative Lernangebote für Schülerinnen und Schüler mit schweren Verhaltensauffälligkeiten oder sozial-emotionalen Beeinträchtigungen sowie für Schulverweigerer in Modellvorhaben vorgesehen, hieß es.

Analphabetin mit einem Lehrbuch für Analphabeten in einem Schulungsraum des Vereins - Lesen und Schreiben e.V. - in Berlin-Neukölln.
Auch Erwachsene sollen Möglichkeiten erhalten, in der Schule Versäumtes nachzuholen und beispielsweise Lesen und Schreiben lernen. Bildrechte: imago/Manja Elsässer

Grüne sehen noch Luft nach oben

Die Grünen - selbst im Kabinett vertreten - begrüßten die Fortsetzung der sogenannten ESF-Plus-Förderrichtlinie. Man bedauere aber, "dass der Plan, das Programm 'Kinder stärken' deutlich auszuweiten, vorerst vertagt wurde". Zwischenzeitlich sei von fast 300 Kitas die Rede, statt wie bislang 122, denen eine zusätzliche Fachkraft zur Verfügung gestellt werden soll, so die Grünen

MDR (lam)

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