Wahlen in Sachsen CDU bei Landratswahlen Sachsen vorn, Überraschungen bei Bürgermeisterwahlen

In Sachsen wurden am 12. Juni vielerorts neue Bürgermeister und Landräte gewählt. In sechs Landkreisen ist ein zweiter Wahlgang nötig, ebenso bei einigen Bürgermeisterwahlen, so unter anderem auch bei der OB-Wahl in Dresden. Die AfD blieb hinter ihren eigenen Erwartungen zurück, will aber noch nicht aufgeben.

Oberbürgermeisterwahl in Bautzen
Überraschung in Bautzen: Amtsinhaber Alexander Ahrens (r.) muss seinen Posten räumen. Er gratuliert dem neuen Oberbürgermeister Karsten Vogt. Bildrechte: MDR/Viola Simank

Die erste Runde der Landrats- und Bürgermeisterwahlen ist durch. In hunderten Gemeinden wurden am 12. Juni neue Bürgermeister und Landräte gewählt. Rund 400 Kandidatinnen und Kandidaten standen auf den Wahlzetteln für die 185 Bürgermeisterwahlen.

OB-Wahl in Dresden noch nicht entschieden - zweiter Wahlgang am 10. Juli

Zu den mehr als 20 Bürgermeisterwahlen, die noch nicht entschieden sind, gehört auch die in der Landeshauptstadt Dresden. Das sei nicht verwunderlich, so Amtsinhaber Dirk Hilbert, der für eine zweite Amtszeit kandidiert. In Dresden sei noch nie eine OB-Wahl im ersten Anlauf entschieden worden, sagte er am Abend in Dresden. Schon gar nicht bei neun Kandidaten wie in diesem Jahr. Hilbert konnte sich mit dem Amtsinhaberbonus zwar an die Spitze setzen, verfehlte mit 32,5 Prozent die absolute Mehrheit aber deutlich.

Auf Platz 2 kam die Grünen-Kandidatin Eva Jähnigen. Um sie im zweiten Wahlgang zu unterstützen, verzichten die Kandidaten von SPD und Linken, Albrecht Pallas und André Schollbach, auf eine erneute Kandidatur. Unklar ist noch, wie sich das rechte Lager für den zweiten Wahlgang aufstellen wird. Der AfD-Europaabgeordnete Maximilian Krah kam mit 14,2 Prozent auf den vierten Platz. Er will jetzt um Stimmen bei den "Querdenkern" werben.

Im Vorfeld der Wahlen hatte es Ärger um die Zulassung von OB Dirk Hilbert gegeben. Hilbert war trotz Fehlern bei der Nominierung von der Landesdirektion für die Wahl im Juni zugelassen worden.

Dirk Hilbert (FDP), Oberbürgermeister der Stadt und Kandidat für den überparteilichen Verein «Unabhängige Bürger für Dresden»
Der Dresdner OB Dirk Hilbert bei der Stimmabgabe am Morgen. Er strebt seine Wiederwahl an. Bildrechte: dpa

Paukenschlag bei OB-Wahl in Bautzen

Für eine große Überraschung sorgte das Ergebnis der OB-Wahl in Bautzen. Hier setzte sich der CDU-Kandidat und Herausforderer vom bisherigen Amtsinhaber Alexander Ahrens auf Anhieb und deutlich durch. Mehr als 53 Prozent der Wählerinnen und Wähler gaben dem Schuldirektor seine Stimme. Ahrens verfolgte die Stimmauszählung sichtbar fassungslos im Foyer des Rathauses.

Vogt kündigte am Abend einen Kurswechsel in der Stadtpolitik an. Dazu gehöre unter anderem eine Klausur mit den Stadträten, um das Gremium wieder zu einen.

Sehr deutliches Ergebnis in Freiberg

Auch bei der OB-Wahl in Freiberg gibt es ein Ergebnis. In der Bergbaustadt konnte sich der Amtsinhaber Sven Krüger (Einzelkandidat) mit großem Vorsprung gegen die vier Mitbewerber im ersten Anlauf durchsetzen. 74,1 Prozent der Freiberger Wähler gaben ihm seine Stimme. Krüger war von diesem deutlichen Ergebnis selbst überrascht und überglücklich. "Für mich war es einer der schönsten Tage, die ich hier in dieser wunderschönen Stadt erleben konnte", so Krüger am Abend.

CDU bei Landräten mit guter Ausgangslage

Einen Durchmarsch legten auch die drei Landräte hin, die erneut zur Wahl angetreten waren: Kai Emanuel im Landkreis Nordsachsen, Henry Graichen für den Landkreis Leipzig und Michael Geisler für die Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Alle drei bleiben mit CDU-Ticket im Amt. In den anderen sechs Landkreisen, in denen die bisherigen Landräte nicht wieder angetreten waren, fällt die Entscheidung erst im zweiten Wahlgang am 3. Juli. Dabei hat die CDU fast überall die Nase vorn. Nur im Landkreis Mittelsachsen ist das anders. Hier führt nach dem ersten Wahlgang der Augustusburger Bürgermeister Dirk Neubauer, der als Einzelkandidat kandidiert.

Neubauer machte damit auch der AfD einen Strich durch die Rechnung, die sich Hoffnungen machte, mit ihrem Kandidaten den ersten Landrat in Deutschland stellen zu können. Im Landkreis Görlitz, wo der AfD-Landtagsabgeordnete Sebastian Wippel Chef im Landratsamt werden will, hat man dieses Ziel noch nicht aufgegeben. "Wir sind auf keinen Fall unter unseren Erwartungen geblieben", sagte Wippel MDR SACHSEN. "Die Messen sind noch nicht gesungen. Die nächsten Wochen werden wir noch einmal Gas geben."

MDR (dk/dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 12. Juni 2022 | 19:00 Uhr

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Mirko Jörg Kellner, 2014 3 min
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