Rücktritt Sexismusvorwurf: Sachsens FDP-Landesvize Günther gibt Amt auf

Tino Günther ist im Erzgebirge als umtriebiger Kommunalpolitiker und erfolgreicher Kunsthandwerker bekannt. Sein Amt als Landes-Vize der Liberalen gibt er nun auf. Es stehen Sexismusvorwürfe im Raum, denen der FDP-Politiker nicht grundsätzlich widerspricht.

Tino Günther
Tino Günther gibt sein Amt als FDP-Vize nach Sexismusvorwürfen auf. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsens stellvertretender FDP-Landesvorsitzende Tino Günther tritt von seinem Amt zurück. Im Raum stehen Sexismus-Vorwürfe gegen den Landratskandidaten der Liberalen im Erzgebirgskreis. Günther ist auch als Holzspielzeughersteller aus Seiffen bekannt. Die "Dresdner Morgenpost" hatte den Fall öffentlich gemacht.

Tino Günther räumt in der Zeitung ein: Ja, er habe einer Parteikollegin an den Hintern gefasst - bei einer Begrüßung. Der Vorfall ereignete sich bereits am 5. Juli bei der Kuratoriums-Sitzung der FDP-nahen Wilhelm-Külz-Stiftung. Der FDP-Politiker nennt das eine unbedachte nicht sexistisch gemeinte Handlung. Die betroffene FDP-Politikerin, die nicht namentlich genannt werden will, blickt anders auf den Vorfall. Für sie war es laut Morgenpost ein klarer sexistischer Übergriff. Ihre Ehrenämter im Landesvorstand und in der Wilhelm-Külz-Stiftung habe die Politikerin niedergelegt, um Abstand zu gewinnen, wie sie sagt.

Auch Günther ist als inzwischen Stiftungsvorsitzender zurückgetreten und wolle sich laut Zeitungsbericht bei der nächsten Stiftungssitzung in zwei Wochen öffentlich entschuldigen. Bis Freitagmittag war Günther auf der Homepage der FDP in Sachsen noch als stellvertretender Landesvorsitzender vermerkt. Auf der Parteiseite ist kein Wort über den Vorfall zu finden (Stand: 12. August, 12:45 Uhr). Günther saß von 2004 bis 2014 für die Liberalen im Sächsischen Landtag.

MDR (lam)/Daniel Schrödel

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 12. August 2022 | 14:00 Uhr

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