Lehrermangel Verbeamtung von Lehrern in Sachsen auch nach 2023 geplant

In Sachsen gibt es weiterhin zu wenig Lehrerinnen und Lehrer. Zwar sei ein Großteil der rund 800 geplanten Stellen besetzt worden, es herrsche jedoch weiterhin ein großer Bedarf vor allem im ländlichen Raum, sagte Kultusminister Christian Piwarz MDR SACHSEN. Um den Bedarf zu decken, plant der Freistaat auch über das Jahr 2023 hinaus Lehrer zu verbeamten.

Eine Schülerin meldet sich im Unterricht
In Sachsen fehlen vor allem im ländlichen Raum Lehrerinnen und Lehrer. Bildrechte: dpa

Die Regelung zur Verbeamtung von Lehrern soll in Sachsen auch über das Jahr 2023 fortgeführt werden. Dafür hat sich Kultusminister Christian Piwarz im Gespräch mit MDR SACHSEN ausgesprochen. Hintergrund ist der anhaltende Lehrermangel im Land. Auch im aktuellen Jahrgang konnten nicht alle freien Stellen besetzt werden, sagte Piwarz.

Christian Piwarz
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Es wäre töricht, wenn wir gerade jetzt auf diese Maßnahme auch nach 2023 verzichten würden. Dann würden wir leicht ins Hintertreffen geraten, denn der Lehrerarbeitsmarkt ist deutschlandweit hart umkämpft.

Christian Piwarz Kultusminister Sachsen

Klassenziel verfehlt

Das Ziel des Kultusministeriums war es, zum neuen Schuljahr 800 Stellen neu zu besetzen.  Rund 80 seien jedoch noch immer vakant, räumte Piwarz ein. "Wir haben eine Vielzahl Lehrer eingestellt, aber wir haben auch unsere selbst gesteckten Ziele nicht erreichen können und suchen immer noch händeringend nach Lehrern." Angehendes Lehrpersonal für die Schulart Oberschule zu finden, sei ebenso schwer wie sie für den Einsatz im ländlichen Raum zu begeistern, so Piwarz weiter.

Situation auf dem Land besorgniserregend

Rund 60 Prozent der neuen Lehrkräfte hätten sich für die Ballungsräume Dresden und Leipzig beworben.

Wir haben sehr unterschiedliche Versorgungssituationen zwischen den großen Städten und den ländlichen Räumen, insbesondere Ostsachsen und dem Erzgebirge. Das bereitet mir Sorge, weil es bedeutet, dass nicht vor jeder Klasse immer ein Lehrer stehen kann. Das ist nicht gut.

Christian Piwarz Kultusminister Sachsen

Mehr Studienplätze besetzt

Die Möglichkeit einer Verbeamtung hätte laut Piwarz Lehrer auch aus anderen Bundesländern nach Sachsen gelockt.

Wir haben zusätzlich die Verbeamtung eingeführt, damit wir mehr junge Lehrerinnen und Lehrer im Freistaat Sachsen behalten. Das zeigt auch Wirkung. Die Zahl derer, die bei uns ausgebildet werden und dann auch hier bei uns den Beruf ergreifen, ist gestiegen. Die Bindewirkung funktioniert.

Christian Piwarz Kultusminister Sachsen

Die Anzahl der besetzten Studienplätze sei zudem enorm gestiegen. "Derzeit sind es 2.400 Studentinnen und -Studenten, die jedes Jahr ein Lehramtsstudium in Sachsen beginnen", erklärte Piwarz. "Vor zehn Jahren waren das noch ungefähr 900. Aber wir wissen auch, wir haben nur eine begrenzte Anzahl an Abiturienten in jedem Jahr. Da müssten schon zehn Prozent den Lehrerberuf ergreifen." Seiteneinsteiger würden daher weiterhin benötigt, sagte Piwarz.

MDR (lt)

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