Wahlnachlese Blick auf den Zweitplatzierten in Sachsen: Gewinne für die SPD

Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen und dem Debakel für die CDU, gibt es einen sich freuenden Dritten im Politik-Bunde: die SPD. Die ist beim Zweitstimmenanteil auf Platz zwei gelandet. Woran hat's gelegen?

Nach der Prognose zum Ausgang der Bundestagswahl war Sachsens SPD-Landeschef Martin Dulig schon am Sonntag bei der Wahlparty in einem Dresdner Biergarten optimistisch: "Wir sind die Gewinner dieses Abends." Am Ende hat die AfD in Sachsen gewonnen (24,6 Prozent). Aber die SPD kam beim Zweitstimmenanteil auf Platz zwei mit 19,3 Prozent - vor der CDU, für die 17,6 Prozent der Wähler votierten.

Ich glaube, dass gerade die Respektfrage, die Olaf Scholz und die SPD herausgestellt haben, im Osten verstanden wurde.

Martin Dulig SPD-Landesvorsitzender in Sachsen

Dass sich jeder fünfte Wählende in Sachsen für die Genossen entschied, begründete Landeschef Dulig bei MDR SACHSEN mit zurückgewonnenem Vertrauen, der Wahlkampfstrategie und Themen wie "Anerkennung von Lebensleistungen, gerechten Löhnen und ordentlichen Renten". Dulig ist zugleich Ostbeauftragter der Sozialdemokraten.

Martin Dulig
Den Bart will sich der SPD-Vorsitzende Martin Dulig frühestens abrasieren, wenn Olaf Scholz Bundeskanzler ist. Bildrechte: dpa

Acht sächsische SPDler im Bundestag

In einem Wahlkreis gewann die SPD in Sachsen ein Direktmandat. Detlef Müller bekam in Chemnitz für die SPD mit 25,1 Prozent die meisten Stimmen. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die SPD in Sachsen keinen Wahlkreis direkt gewonnen. Damals kamen über die Landesliste nur vier gewählte SPD-Mitglieder aus dem Freistaat in den Bundestag.

Nach der Abstimmung am Sonntag schickt die SPD über die Landesliste nun sieben weitere Frauen und Männer aus Sachsen in den nächsten Bundestag. Das sind:

Die Übersicht über alle 38 Abgeordneten, die aus Sachsen in den neuen Bundestag einziehen, finden Sie hier.

Ich bin für eine SPD-Regierung. Es ist Zeit, dass mal ein Wandel kommt. Ob das etwas bringt, wissen wir nicht. Aber es ist ein Versuch.

SPD-Wähler aus Chemnitz

Neue Stärke oder Anti-Laschet-Wahl?

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte im MDR, die SPD habe ein deutliches Signal gesetzt. "In Ostdeutschland haben sich die Sozialdemokraten als kraftvolle Partei zurückgemeldet." Dagegen hat der Ausgang der Bundestagswahl für den Leipziger Parteienforscher Hendrik Träger "natürlich etwas mit dem Kanzlerkandidaten der Union, Armin Laschet, zu tun: "Das war eine Anti-Laschet-Wahl und eine Scholz-Wahl", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 27. September 2021 | 19:00 Uhr

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