Arbeitskampf Trotz Pandemie: Gewerkschaften rufen zur Streiks an Uni-Kliniken und Hochschulen auf

Zwei Gewerkschaften wollen für Beschäftigte an Uni-Kliniken und Hochschulen mehr Einkommen durchsetzen. Davon profitieren sollen auch studentische Beschäftigte. Am Dienstag gab es erneut Streiks und Protestaktionen. Die Linken in Sachsen unterstützen die Gewerkschaften.

Ein Mann hat bei einem Warnstreik vor dem roten Verdi-Logo eine Trillerpfeife im Mund.
Verdi will mehr Geld für Beschäftigte an Uni-Kliniken erreichen. Dazu sind Streikaktionen geplant. Bildrechte: dpa

Mitten in der sich zuspitzenden Corona-Lage sind am Dienstag in mehreren Bundesländern Mitarbeiter von Universitätskliniken in Warnstreiks getreten. An den Aktionen im Rahmen des Tarifkonflikts im öffentlichen Dienst beteiligten sich unter anderem Beschäftigte in Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Damit soll der Druck auf die Arbeitgeber im Tarifstreit erhöht werden. Dazu aufgerufen haben die Gewerkschaften Verdi und GEW.

In den Tarifverhandlungen fordern sie eine Einkommenserhöhung um fünf Prozent, mindestens aber 150 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Beschäftigte des Gesundheitswesens sollen monatlich 300 Euro mehr erhalten. Die Arbeitgeber hatten die Forderungen bislang als unrealistisch zurückgewiesen.

Streikaktion an Uni-Klinik in Leipziger Liebigstraße

Auch Beschäftigte des Universitätsklinikums Leipzig haben am Dienstag die Arbeit niedergelegt. Bis zum Mittag haben sich etwa 200 Beschäftigte, am Warnstreik vor dem UKL beteiligt. Auch Personal der Hochschulen und der Landesdirektion, das von Verdi und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ebenfalls zum Niederlegen der Arbeit aufgerufen wurde, hat an der Aktion teilgenommen. Protestaktionen gab es auch vor dem Finanzministerium in Dresden.

Forderung: Tarifvertrag für studentische Beschäftigte

Die Erziehungs- und Wissenschaftsgewerkschaft GEW bekommt für ihre Protestaktionen Beistand von den Linken. "Wir solidarisieren uns mit den Streikenden und unterstützen die Forderungen nach mehr Lohn, der Eindämmung von Befristungen, einem Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TV STUD) und nach stufengleicher Höhergruppierung", erklärte die Landtagsabgeordnete Anna Gorskih. Wertschätzung und Respekt dürften nicht nur "aus netten Worten und einem feuchten Händedruck bestehen", sondern müssten sich auch auf dem Lohnzettel und in guten Arbeitsbedingungen widerspiegeln.

Verdi: Hoffnung auf dritte Verhandlungsrunde

Nachdem die ersten beiden Verhandlungsrunden ergebnislos blieben, ist die dritte Runde nun für den 27. und 28. November angesetzt. "Bisher gab es kein Angebot, über das es sich zu diskutieren gelohnt hätte", sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Julia Greger. Nun hoffe man auf eine Annäherung.

Quelle: MDR(lam/dst)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 16. November 2021 | 15:00 Uhr

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