Hygieneregeln Trotz Corona Hoffnung auf Weihnachtsmärkte und Bergparaden in Sachsen

Im vergangenen Jahr herrschte zuerst Optimismus. Dann gab es im Herbst immer mehr Corona-Fälle und ein Ort nach dem anderen sagte seinen Weihnachtsmarkt ab. Für Handwerker und Händler fiel ein wichtiges Jahresgeschäft weg. Veranstalter hatten nach langem Planungsvorlauf kein Event. Von Sachsens Regierung erwarten all jene nun dieses Jahr eine zeitnahe und planungssichere Entscheidung: Wie können Weihnachtsmärkte und Bergparaden im Advent coronkonform ablaufen?

Auf einem Wunschzettel an den Weihnachtsmann steht die Bitte, dass die Weihnachtsmärkte aufmachen dürfen.
Weihnachtsmärkte sollen 2021 wieder stattfinden. Dafür soll die Corona-Verordnung geändert werden. Bildrechte: MDR/S.Wild/panthermedia

Dieses Jahr soll es in Sachsens Städten und Gemeinde wieder richtig weihnachtlich zugehen - mit Weihnachtsmärkten und Bergparaden. Die Veranstalter gehen jetzt in die heiße Phase der Vorbereitung.

Dresden: Vorbereitung für 587. Striezelmarkt

So soll nach dem coronabedingten Ausfall 2020 der weltberühmte Dresdner Striezelmarkt in diesem Advent wieder stattfinden. Nach Angaben der Stadtverwaltung beginnt das Spektakel diesmal schon am 22. November, direkt nach dem Totensonntag.

Die Planungen des Striezelmarktes laufen auf Hochtouren.

Robert Franke Amtsleiter für Wirtschaftsförderung in Dresden

Angesichts der guten Erfahrungen mit den in der Pandemie geöffneten Wochenmärkten und dem Stadtfest am vergangenen Wochenende bestehe Zuversicht, dass die 587. Ausgabe so möglich ist, wie es die Gäste erwarten, mit Markttreiben, Glühwein und Kulturprogramm, sagt der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, Robert Franke.

2020 hatte es nicht geklappt. Obwohl die Stadt noch einmal das Hygiene- und Besucherkonzept angepasst hatte, musste der berühmte Markt kurz vor Beginn aufgrund des Infektionsgeschehens dann doch komplett abgesagt werden. Der Dresdner Striezelmarkt lockt in normalen Jahren rund zwei Millionen Menschen aus dem In- und Ausland an.

Hell erleuchtet sind die Verkaufsstände auf dem Striezelmarkt in Dresden
Nach der kurzfristigen Absage 2020 soll es dieses Jahr wieder einen Striezelmarkt in Dresden geben. Bildrechte: dpa

Leipzig: Weihnachtsmarkt mit neuer Kindertasse

Auch Leipzig bereitet sich auf den Weihnachtsmarkt vor. Auf Grundlage der sächsischen Corona-Schutzverordnung seien noch viele Details zu klären, Abstimmungen und Auslegungen zu besprechen, heißt es aus dem städtischen Marktamt. "Es wird ein Weihnachtsmarkt, der sich soweit wie möglich der Normalität annähern soll - und trotzdem andere, neue Akzente setzen wird", verspricht Marktamtsleiter Walter Ebert.

Noch ein Jahr ohne Weihnachtsmarkt wäre für viele Leipzigerinnen und Leipziger, aber auch für alle beteiligten Händler, Partner und Dienstleister eine kaum zu ertragende Vorstellung.

Walter Ebert Marktamtsleiter in Leipzig

Am 23. November soll der Leipziger Weihnachtsmarkt öffnen. Bereits ab 8. November beginnt der Aufbau. Außerdem wird es in diesem Jahr eine Kindertasse mit einem neuen Motiv aus der Serie "Sandmännchen und seine Freunde" geben.

Chemnitz: Ganz normaler Weihnachtsmarkt

Die Stadt Chemnitz plant den Weihnachtsmarkt in diesem Jahr mit mehr Abstand, aber ohne Absperrungen. "Wir sind sehr entschlossen, den Weihnachtsmarkt in Chemnitz wieder so durchzuführen, wie er aus vielen Jahren bekannt ist. Das wird ein Weihnachtsmarkt sein ohne Einzäunungen und ohne Kontakterfassung", sagt Oberbürgermeister Sven Schulze. Er setze auf Eigenverantwortung und ein bisschen mehr Abstand, so dass ein ein weitgehend normaler Weihnachtsmarkt sein werde. 

Der Chemnitzer Weihnachtsmarkt am Alten Rathaus
Für den Chemnitzer Weihnachtsmarkt wünscht sich OB Sven Schulze vor allem Normalität. Bildrechte: dpa

Oberlausitz: Mehr Fläche für weniger Gedränge

Nachdem Pulsnitz seinen Pfefferkuchenmarkt bereits abgesagt hat, halten andere Städte in der Oberlausitz an der Durchführung ihrer weihnachtlichen Höhepunkte fest. Görlitz, Bautzen, Zittau, Kamenz, Bischofswerda und Hoyerswerda planen derzeit ihre Weihnachtsmärkte, bestätigen dort die Verwaltungen. Dabei wird unter anderem überlegt, die Marktfläche zu erweitern, um größere Abstand zwischen den Buden zu gewährleisten. Auch könnten mehr Stadtbereiche mit eingebunden werden.

Weihnachtsmarkt Bautzen
Bautzen plant seinen Weihnachtsmarkt in diesem Jahr ebenfalls fest ein. Bildrechte: MDR/Tobias Koch

Erzgebirge: Bergparaden sollen stattfinden

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch hatte sich am Montag per Videoschalte mit etwa 30 kommunalen und privaten Veranstaltern auf den Ablauf ihrer Weihnachtsveranstaltungen verständigt. Demnach sollen die Märkte und Bergparaden zum einen praktikabel für die Veranstalter sein. Zum anderen solle aber auch das Pandemiegeschehen nicht aus dem Blick geraten. Entsprechende Regelungen will die CDU-Politikerin nach Möglichkeit in die nächste Corona-Schutz-Verordnung ab dem 21. Oktober einarbeiten lassen. Vor knapp einer Woche hatten sechs Erzgebirgsstädte Planungssicherheit von der Landesregierung gefordert.

Andere Corona-Bestimmungen

Bereits Ende August habe man in die Sächsische Corona-Schutzverordnung und der dazugehörigen Allgemeinverfügung zur Hygiene Regeln aufgenommen, die die Durchführung von Weihnachtsmärkten ermöglichen sollen, heißt es auf Anfrage von MDR SACHSEN aus dem Sozialministerium. Aktuell gilt für Märkte mit weniger als 1.000 Besuchern, dass Veranstalter ein Hygienekonzept vorlegen und die Einhaltung des Mindestabstandes ermöglichen müssen. Bei Märkten mit mehr als 1.000 Besuchern sind allerdings laut Verordnung - wie bei anderen Großveranstaltungen auch - Kontakterfassung und 3G-Regel Pflicht.

Um dies zu umschiffen, gibt es nun die Idee, Weihnachtsmärkte in Flanier- und Verweilbereiche aufzuteilen. Sind in den Verweilbereichen, zum Beispiel vor der Bühne oder in Gastro-Zonen nicht mehr als 1.000 Besucherinnen und Besucher gleichzeitig anwesend, können dort Maskenpflicht, Kontakterfassung und 3G- Nachweis entfallen, wie eine Ministeriumssprecherin erklärt. Und auf den Flaniermeilen sei wegen der fließenden Besucherströme ebenfalls keine 3G-Regel notwendig.

Quelle: MDR/ma/pw/sh/fg/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 05. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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