Verschwunden 58 Kinder in Sachsen gelten derzeit als vermisst

Mit einem Tag der vermissten Kinder wird an diesem Mittwoch an die in Deutschland verschwundenen Kinder gedacht. In den meisten Fällen kehren die Jungen und Mädchen innerhalb von drei Tagen wieder zu ihren Eltern zurück, zum Beispiel wenn es sich um Ausreißer nach einem Konflikt handelt. Aber es gibt auch Opfer schrecklicher Verbrechen.

Polizisten durchsuchen ein Waldstück
Meist werden vermisste Kinder innerhalb kurzer Zeit gefunden. Aber es gibt auch traurige Fälle - wie der der fünfjährigen Inga aus Sachsen-Anhalt, von der trotz unmittelbarer, intensiver Suche im Jahr 2015 bis heute jede Spur fehlt. (Archivbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen sind derzeit 58 Kinder unter 14 Jahren als vermisst gemeldet. Das teilte das Bundeskriminalamt (BKA) mit. Bundesweit wird demnach nach 1.609 vermissten Kindern gefahndet. In den Fällen seien neben Dauerausreißern auch Kindesentziehungen und unbegleitete Flüchtlingskinder erfasst, die aus ihren Unterkünften verschwunden seien, teilte das BKA mit.

Meist gehen die Fälle gut aus

Die Sprecherin des sächsischen Landeskriminalamtes, Kathleen Zink, sagte, dass die Zahlen sich sehr schnell änderten. Wenn ein Kind zum Beispiel aus einer Einrichtung verschwinde, werde das von den Verantwortlichen sofort angezeigt. In den meisten Fällen kehrten die Vermissten innerhalb von drei Tagen zurück.

Hohe Aufklärungsquote

Mit einem Tag der vermissten Kinder soll an diesem Mittwoch über Möglichkeiten zur Vorsorge informiert werden. In Deutschland wird der Tag seit 2003 unter anderem von der "Initiative Vermisste Kinder" aufgegriffen. Nach BKA-Angaben wurden in den vergangenen Jahren durchschnittlich etwa 15.700 Kinder und Jugendliche im Jahresverlauf als vermisst gemeldet. Die Aufklärungsquote liege bei etwa 97 Prozent. Der älteste noch in der BKA-Datei enthaltene Vermisstenfall eines Kindes stammt aus dem Jahr 1964.

MDR (ma)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 25. Mai 2022 | 06:00 Uhr

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