Unwetterwarnungen aufgehoben Starkregen bringt vor allem Region Leipzig nasse Füße

Dieser Sommer bleibt eine feuchte Angelegenheit und die Regentonnen sind weiterhin gut gefüllt. Für weite Teile Sachsens galt in den vergangenen Stunden eine Unwetterwarnung vor Starkregen. Das hat vor allem die Region um Leipzig zu spüren bekommen. Bereits in der vergangenen Nacht hatte es rund um Leipzig so viel geregnet, wie üblicherweise im gesamten Monat August.

Ein Fluss ist über die Ufer getreten.
In Leipzig-Thekla hat die Parthe ihr Flussbett verlassen. Es gilt Alarmstufe 2 vor Hochwasser. Bildrechte: Tobias Junghannß

Unwetterwarnung 17:30 Uhr aufgehoben

Nach stundenlangen Regenfällen hat der Deutsche Wetterdienst am Montagabend seine Unwetterwarnungen für Sachsen aufgehoben. Ganz vorbei ist es allerdings noch nicht. In der Nacht zum Dienstag müssen sich die Menschen in Sachsen noch auf gebietsweise Regen einstellen, der von Leipzig her kommend am Dienstag aber nachlässt. In Ostsachsen können wegen des abziehenden Regengebietes einige Flüsse noch einmal sprunghaft ansteigen. Ab Dienstagnachmittag lockert sich der Wolkenhimmel auf. Ab Mittwoch soll es wieder öfter sonnig sein und trocken bleiben bei bis zu 22 Grad Celsius.

Der Regen wird in einen Landregen übergehen. Und da werden Intensitäten sein von zwei bis fünf Millimeter in einer Stunde. Und das tut uns nicht weh. Das läuft geordnet ab, wie wir sagen. Die Gefahr ist eigentlich nicht mehr, dass wir mit Überschwemmungen groß rechnen.

Petra Walther Landeshochwasserzentrum

118 Liter in Belgershain

Seit Sonntag war in der Region Leipzig so viel Regen gefallen wie sonst durchschnittlich im gesamten Monat August. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, gingen beispielsweise in Belgershain 118 Liter pro Quadratmeter nieder. Die normale durchschnittliche Niederschlagsmenge im Monat August liege im Raum Leipzig und das südliche Sachsen-Anhalt bei etwa 60 Liter je Quadratmeter, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. Das Regengebiet war aus Nordosten hereingezogen und hatte sich über der Leipziger Region eingekringelt und ist dort hängengeblieben.

In Leipzig waren es bis Montagmorgen 64 Liter, in Markranstädt 56 Liter, am Flughafen Leipzig/Halle 55 Liter und in Schönwölkau 51 Liter. Für die Parthe in Leipzig galt am Montagabend Hochwasser-Alarmstufe 1, für alle anderen Flusspegel in Sachsen nicht.

Hochwasser Parthe
An der Parthe war das Wasser schnell gestiegen und erreichte zwischendurch die Warnstufe 2. Bildrechte: Tobias Junghannß

50 Feuerwehreinsätze im Landkreis Leipzig

Im Landkreis Leipzig mussten die Feuerwehren nach stundenlangem Dauerregen zu mehr als 50 Einsätzen ausrücken. Besonders betroffen waren die Bereiche Rötha, Böhlen, Großpösna und Lossatal. Dort pumpten Kameradinnen und Kameraden vollgelaufene Keller leer und beseitigten entwurzelte Straßenbäume, sagte der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, Mike Köhler. Verletzte habe es nicht gegeben.

Wir haben noch Glück gehabt. Gemessen an dem, was wir erwartet haben, ist es ruhig abgegangen.

Mike Köhler Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes

Überflutete Keller in der Stadt Leipzig

In den Leipziger Stadtteilen Mockau, Thekla und Marienbrunn waren Keller vollgelaufen. In der Travniker und der Stralsunder Straße behinderten herabgestürzte Äste und Wasser den Verkehr. In Espenhain war die Unterführung unter der alten B95 überflutet, so dass laut einer Polizeisprecherin mehrere Autos beim Durchfahren ihre Kennzeichen verloren. Außerdem wurde die Straße an der ersten Bahnbrücke in Güldengossa überschwemmt.

Kirmes-Platz in Chemnitz überflutet

Starkregen hatte bereits Sonntagabend in Chemnitz-Grüna die Kirmes abrupt beendet. Das Festgelände stand in kürzester Zeit kniehoch unter Wasser, sagte Ortsvorsteher Lutz Neubert. Die Schäden liegen bei mehreren zehntausend Euro, weil die Veranstaltungstechnik regelrecht abgesoffen war. Am Montag wurde der Jahrmarkt bei strömendem Regen abgebaut.

Quelle: MDR/sth/lam/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 23. August 2021 | 19:00 Uhr

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