Forschung Wasserstoff-Union will für Mittelstand und Gesellschaft noch relevanter werden

Sachsen setzt bei den grünen Energieträgern vor allem auf Wasserstoff. Deswegen haben sich die drei Technischen Universitäten aus Dresden, Freiberg und Chemnitz zu einer Wasserstoff-Union zusammengeschlossen. Ist das nur PR oder was ist der tatsächliche Mehrwert für den Standort Sachsen?

Ein Auto tankt H2 Wasserstoff an einer H2 Wasserstofftankstelle.
Ganz selbstverständlich mit dem E-Auto an der Zapfsäule Wasserstoff tanken – um die Forschung dafür voranzutreiben, hat sich in Sachsen die Wasserstoff-Union gegründet. Bildrechte: IMAGO / Rupert Oberhäuser

Unbestritten: Wasserstoff ist eine Chance für Sachsen. Aktuell boomt die Entwicklung, vor allem im Verkehr und für energieintensive Industrie kann Wasserstoff Energieträger der Zukunft sein – wenn er nachhaltig hergestellt wird. Die drei Technischen Universitäten in Chemnitz, Freiberg und Dresden forschen daher schon länger an Wasserstoff.

Durch den Zusammenschluss verspricht sich Professor Thomas von Unwerth, der Chemnitzer Vorsitzende der Wasserstoff-Union, mehr Sichtbarkeit: "Man kann mehr Dinge gemeinsam im größeren Umfang bearbeiten und damit einfach deutlich sichtbarer in Deutschland, auch in Europa werden." Damit könne man von Unwerth zufolge auch über transregionale Zusammenarbeitsprojekte bis hin zu einem neuen Bundesexzellenzcluster aus Sachsen nachdenken.

Denn mit der Gründung der Union habe es vorerst keine zusätzlichen Forschungsgelder gegeben, so der Professor, der sich an seinem Lehrstuhl für Alternative Fahrzeugantriebe mit Wasserstoff-Fahrzeugen beschäftigt. Wichtig sei es auch, Synergien zu entdecken und sich in der Forschung nicht zu doppeln.

Sachsens Wissenschaftsstaatssekretär Andreas Handschuh begrüßt die Kooperation per Pressemitteilung: "Die wissenschaftlichen Kompetenzen im Bereich der Wasserstoff-Forschung sind in Sachsen schon heute hoch. Die Zusammenführung dieser Kompetenzen und zielgerichtete Aussteuerung hebt aber ganz neue Potentiale für künftige Innovationen und Wertschöpfung, von der Unternehmen, der Mobilitätssektor, Umwelt und Gesellschaft profitieren."

Gemeinsame Forschung optimieren

Doch vor allem der Mehrwert für die Unternehmen und die Gesellschaft kommt noch zu kurz, räumt auch von Unwerth ein. Denn Kooperationen zwischen Universitäten und Wirtschaft seien bisher eng abgesteckt. Es gebe zwar den starken Automobilsektor mit der automobilen Zulieferindustrie, aber auch im Energiesektor gebe es viele Unternehmen, die sich mit den verschiedensten Fragestellungen beschäftigen und Produkte entwickelten.

Dabei geht es von Unwerth zufolge grundlegend um eine zukünftige, auf Wasserstoff basierende Energiewirtschaft. Die Forschungsergebnisse aus solchen Gemeinschaftsprojekten könnten einer breiten Palette an Industriezweigen zur Verfügung gestellt werden. Deshalb wollen die drei Universitäten einen Fokus auch auf die Grundlagenforschung legen, um weitere Anwendungsgebiete zu erschließen.

Nutzen für den Mittelstand noch unklar

Präsident Wolfgang Daniels von der Vereinigung zur Förderung der Nutzung Erneuerbarer Energien, VEE Sachsen, ist noch skeptisch, ob der breite Mittelstand von der Wasserstoff-Union profitiert: "Ich kenne das leider aus der Politik, diese Ankündigung im großen Stil, und dann passiert doch nichts. Insoweit bin ich erstmal ein bisschen skeptisch." Aber wenn sich daraus etwas für die Industrie oder den Mittelstand ergebe, wäre es wunderbar, sagt Daniels. Bisher sei der Mittelstand als Kooperationspartner aber eher weniger interessant für die sächsischen Universitäten gewesen.

Doch Potential für Wasserstoff in Sachsen sieht auch Daniels – wenn es im Freistaat und nachhaltig produziert werde.

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