Wetterdienst Hitzerekord im Juni: 39,2 Grad in Dresden

Eine Hitzewelle mit Rekordtemperaturen hat Sachsen am Wochenende erlebt. In Dresden wurden mehr als 39 Grad Celsius gemessen. Weitere fünf Messstationen im Freistaat lagen ebenfalls über dem bisherigen Junirekord von 38,6 Grad Celsius. Dieser war im Juni vor drei Jahren in Bad Muskau im Landkreis Görlitz gemessen worden.

Ein verrostete Kette liegt am ausgetrockneten Elbufer vor der Altstadt mit der Frauenkirche (l-r), dem Ständehaus, dem Georgentor, dem Hausmannsturm und der Hofkirche.
Am Sonntag wurden in Dresden beispielsweise im Stadtteil Strehlen an einigen Stellen Temperaturen von mehr als 39 Grad Celsius im Schatten gemessen. Bildrechte: dpa

Der Sonntag ist mit bis zu 39,2 Grad Celsius der bislang heißeste Tag des Jahres in Deutschland gewesen. Dieser Höchstwert wurde nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Cottbus und in Dresden-Strehlen gemessen. Im sächsischen Hoyerswerda wurde es ähnlich warm: Dort kletterte die Temperatur bis auf 39 Grad Celsius. Das waren neue Rekordwerte für einen Junimonat in Deutschland.

Rekordtemperaturen im Juni Der bisherige sächsische Temperatur-Spitzenwert für einen 18. Juni wurde laut DWD im Jahr 2002 mit 33,8 Grad in Leipzig gemessen. Der Höchstwert für einen 19. Juni stammt aus dem Jahr 2013. In Hoyerswerda wurden damals 34,2 Grad erreicht.

Die Digitalanzeige eines Thermometers zeigt 39,1 Grad im Schatten an.
An einigen Orten zeigten am Sonntag die Thermometer mehr als 39 Grad im Schatten an. Selbst die Innentemperaturen waren sommerlich. Bildrechte: MDR

Zwickau am Sonnabend heißester Ort

Schon am Sonnabend sind die Temperaturen vielerorts über 35 Grad geklettert. Zuerst ist mit 35,1 Grad Celsius am Nachmittag im Plauen im Vogtland ein neuer Hitzerekordwert für einen 18. Juni gemessen worden. Dieser Wert wurde später in Zwickau mit 36,2 Grad übertroffen. Das bisherige Maximum datiert von 2002 mit 33,8 Grad Celsius in Leipzig-Holzhausen.

Warnung vor ungewohnt hoher UV-Strahlung

Eine junge Frau kühlt sich unter einer Wasserfontäne ab.
Sachsen Freibäder erleben einen Besucheransturm. Bildrechte: dpa

Mit dem sommerlichen Wetter erleben die sächsischen Freibäder einen Besucheransturm. So bildeten sich am Sonnabend beispielsweise im Naturbad Mockritz in Dresden, im Geibeltbad in Pirna und im Masseneibad Großröhrsdorf im Landkreis Bautzen lange Warteschlangen am Eingang.

Der Deutsche Wetterdienst warnte vor der ungewohnt hohen UV-Strahlung und der sehr hohen gesundheitlichen Gefährdung. Schutzvorkehrungen seien "unbedingt erforderlich". Die Sonne sollte am besten zwischen 11 und 16 Uhr gemieden werden, so der DWD.

MDR SACHSEN stellt einige Badeseen und Schwimmbäder mit ihren Besonderheiten im Kurzporträt vor. Auch gibt es eine Karte mit zahlreichen weiteren Möglichkeiten sich abzukühlen.

Mit dem Wunsch nach Abkühlung steigt auch die Gefahr von Badeunfällen. Nach Angaben der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) seien diese Unglücke in den meisten Fällen vermeidbar. Fast alle Unfallopfer sind laut DLRG junge Männer, meist zwischen 16 und 25 Jahre alt. Sie springen demnach aus Imponiergehabe und Selbstüberschätzung in einen Gartenteich, von einer Brücke in den Fluss oder von einem Ast kopfüber in einen Badesee. Sehr oft sei dabei Alkohol im Spiel.

Die DLRG rät Badenden, nie in unbekannte Gewässer zu springen. Es sollte geprüft werden, wie tief das Wasser ist. Dabei ist zu beachten, dass die Wasserstände bei Hitze durchaus schwanken könnten. Auf Kopfsprünge sollte besser ganz verzichtet werden.

Wasserqualität in Badeseen

Auch die Wasserqualität in manchen Gewässern leidet unter den hohen Temperaturen. In Sachsen werden die Gewässer regelmäßig durch die Gesundheitsämter überwacht, wie das Sozialministerium mitteilte. Wasserproben würden mikrobiologisch unter anderem auf Kolibakterien und Blaualgen untersucht. Die Ergebnisse werden im Internet auf der Seite des Sozialministeriums veröffentlicht.

Blaualgen im Labor
Besonders von Blaualgen geht eine Gefahr für die Gesundheit aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im letzten Jahr waren vor allem Gewässer im Landkreis Leipzig, Nordsachsen sowie in Mittelsachsen von Blaualgen betroffen. Blaualgen - die eigentlich gar keine Algen, sondern sogenannte Cyanobakterien sind - kommen laut Landestalsperrenverwaltung in geringen Mengen in fast jedem Gewässer vor. Problematisch werde es erst, wenn sie sich massenhaft vermehren. Sie entziehen dem Wasser Sauerstoff, Hautkontakt kann Reizungen verursachen. Das Wasser sollte möglichst nicht geschluckt werden.

Höchste Waldbrandstufe in weiten Teilen Sachsens

Mit der Trockenheit ist die Waldbrandgefahr deutlich angestiegen. Im gesamten Norden des Freistaates inklusive der Landeshauptstadt Dresden gilt seit Sonnabend bereits die höchste Warnstufe 5. Nach der Prognose der Behörden wird sich die Lage weiter verschärfen. Am Sonntag gilt mit Ausnahme von Leipzig sowie des Erzgebirgskreises und des Vogtlandkreises in allen Landkreisen und Großstädten ganz oder zu Teilen die Waldbrandwarnstufe 5.

Mit dem Wetterwechsel am Montag soll sich die Situation entspannen. Am frühen Montagnachmittag werden Regenschauer und Gewitter in Sachsen erwartet. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starken Gewittern im Kreis Bautzen, im Kreis Görlitz und in Meißen sowie in Leipzig und Nordsachsen.

Waldbrandwarnstufen in Sachsen
In großen Teilen Sachsens gilt die höchste Waldbrandwarnstufe 5, in den anderen Regionen Warnstufe 4. Bildrechte: mais

In Lauta im Landkreis Bautzen brannte am Freitagabend der Waldboden auf etwa 500 Quadratmetern. Nach Angaben der Polizeidirektion Görlitz verhinderte die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen auf nebenliegende Wohnhäuser und löschte sie. Zur Ursache des Feuers wird ermittelt und eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen.

Rasensprenger für Zootiere

Auch die Zoos in Sachsen haben sich auf die Hitze vorbereitet. Für die Tiere sei das Wetter nichts Ungewöhnliches, aber natürlich bekämen sie die Möglichkeit, sich in den Schatten zurückzuziehen oder mit gekühlten Leckerbissen zu erfrischen, sagte eine Sprecherin des Leipziger Zoos.

Ein Zoo-Elefant badet
Ein Elefant im Leipziger Zoo kühlt sich im Wasserbecken ab. Bildrechte: dpa

Im Zoo Dresden wird nach Angaben von Zoologe Thomas Brockmann für die tierische Abkühlung gesorgt. Bei den Humboldt-Pinguinen, die eigentlich an der Küste von Südamerika leben, gibt es demnach sogar eine Kühlanlage im Wasser, die die Temperatur des Beckens auf 18 Grad herunterkühlt. "Wenn wir Gehege für Tiere bauen, dann sollen die so konzipiert sein, dass sie alles haben, was sie brauchen", sagte Brockmann. Es könne natürlich mal sein, dass die Besucher die Tiere nicht sehen, wenn sich diese wegen der Hitze zurückziehen und im Innenstall liegen. Auch der Rasensprenger soll als Erfrischung zum Einsatz kommen.

MDR (kt,bj,ma),afp,dpa

So trotzen Sie der Hitze

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 17. Juni 2022 | 16:30 Uhr

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