Wirtschaft Thüringer Börsenpapiere verlangen starke Nerven

Ein Großteil der Thüringer Börsenunternehmen hat im ersten Halbjahr des Jahres 2022 heftige Kursverluste hinnehmen müssen. Der Krieg in der Ukraine, die Inflation und die steigenden Zinsen setzten den Thüringer Unternehmen zu. Nur eins konnte an der Börse zulegen.

Das Logo des Deutschen Aktienindex DAX ist neben einem Linienchart des DAX auf Bildschirmen in einem Büro zu sehen.
Parallel zu den Thüringer Unternehmen hat der deutsche Leitindex DAX im ersten Halbjahr rund 20 Prozent eingebüßt. Bildrechte: IMAGO / Silas Stein

Fast alle Thüringer Börsenwerte haben Anlegern im ersten Halbjahr heftige Kursverluste beschert. Lediglich die Papiere des Glasfaser- und Mobilfunkausrüsters ADVA mit Sitz in Meiningen und München haben seit Jahresbeginn zugelegt. Der Kurs kletterte um gut 13 Prozent. Das war angesichts des russischen Kriegs gegen die Ukraine und der damit verbundenen Energiekrise, der hohen Inflation und steigenden Zinsen die Ausnahme.

Der deutsche Leitindex DAX hat parallel 20 Prozent eingebüßt. Vier weitere Thüringer Papiere haben zumindest weniger verloren. Das sind die Aktien des Thermometerherstellers Geratherm aus Geschwenda (Ilm-Kreis), des IT-Technikanbieters Hyrican aus Kindelbrück (Landkreis Sömmerda), des Eisenbahnausrüsters Funkwerk aus Kölleda (Landkreis Sömmerda) und des Softwareentwicklers Intershop aus Jena.

Heftige zweistellige Kursverluste  

Gut 30 Prozent minus stehen dagegen nach sechs Monaten beim Elektronikchiphersteller X-Fab aus Erfurt auf dem Kurszettel. Fast 40 Prozent und mehr rasselten die Aktien aus Jena des Medizintechnikherstellers Carl Zeiss Meditec, des Technologieunternehmens Jenoptik und des Beteiligungsunternehmens DEWB nach unten. Ebenso rot entwickelte sich der Aktienkurs des Weimarer Industriedienstleister IBU-tec.

Schlusslicht im laufenden Jahr ist vorläufig das zwischenzeitlich bejubelte Biopharmazie-Unternehmen InflaRX aus Jena mit mehr als 60 Prozent minus. Keine komplette Halbjahresbilanz weist der Aktienkurs des Recyclingunternehmens Cabka auf. Das Unternehmen aus Berlin und Weira (Landkreis Saale-Orla) hat seit dem Börsendebüt im März 30 Prozent seines Börsenwertes verloren. 

Thüringer schlagen den Leitindex

Trösten können sich Anleger mit dem Blick etwas weiter zurück. Denn trotz der herben Kursverluste seit Jahresbeginn übertreffen viele Thüringer Werte den Jahresendstand von 2020 weiterhin deutlich. So ist die IBU-tec-Aktie heute noch immer gut 50 Prozent mehr wert als vor eineinhalb Jahren. Die X-Fab-Papiere stehen 40 Prozent und Funkwerk sogar 60 Prozent höher als damals.

Der Wert von ADVA hat sich seitdem nahezu verdoppelt. Und auch insgesamt schlagen die Thüringer mehrheitlich den aus den Kursen von 40 Unternehmen berechneten DAX. Denn zum Ende des ersten Halbjahres lag der Index unter 12.800 Punkten und somit fast sieben Prozent tiefer als Ende 2020.

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MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 03. Juli 2022 | 15:00 Uhr

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