Sommercamps Internationale Jugendliche forschen in KZ-Gedenkstätten

Zwei Wochen lang haben Jugendliche aus verschiedenen Ländern in den KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora geforscht und geholfen. Ein besondere Blick wurde auf das Thema "Krankenpflege im Konzentrationslager" gelegt. In den Lagern wurden Zehntausende Häftlinge ermordet, starben an Folter und medizinischen Experimenten oder wurden zur Arbeit für die Rüstungsindustrie gezwungen.

In den KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora haben am Samstag zwei Sommercamps geendet. Zwei Wochen lang hatten Freiwillige aus verschiedenen Ländern in Weimar und in Nordhausen bei Restaurierungs- und Pflegearbeiten geholfen. So standen in der Gedenkstätte Buchenwald Arbeiten am Gedenkweg Buchenwaldbahn, in der Restaurierungswerkstatt und an Gedenksteinen für aus dem Konzentrationslager deportierte Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt.

In Mittelbau-Dora sollten Fundamentreste und die Umrisse ehemaliger Baracken sichtbar gemacht werden. Organisiert wurden die Camps von der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und dem Zusammenschluss Service Civil International.

Auf den Spuren von NS-Medizinern

In der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bei Nordhausen wurde außerdem das Leben von kranken und sterbenden Häftlingen erforscht. Acht junge Menschen aus Mexico, Spanien, England Italien, Tschechien und dem Kosovo widmeten sich unter dem Motto "Sichtbar machen" dem Thema "Krankenbetreuung im KZ".

Bei den Recherchen stellte sich heraus, dass angebliche Mediziner des Konzentrationslagers auch nach dem Ende der NS-Herrschaft unbehelligt als Ärzte weiterarbeiten konnten. Bei der vermeintlichen Betreuung von Kranken und Erschöpften im Krankenrevier des Konzentrationslagers starben in nur zwei Jahren rund 20.000 Menschen.

Häftlinge in Rüstungsindustrie eingesetzt

Während des nationalsozialistischen Terrorregimes wurden Menschen aus ganz Europa in die Lager Buchenwald und Mittelbau-Dora verschleppt. Im KZ auf dem Ettersberg und seinen 139 Außenlagern waren nach Angaben der Gedenkstätte insgesamt fast 280.000 Menschen inhaftiert. Die SS zwang sie unter anderem zur Arbeit für die deutsche Rüstungsindustrie. Mehr als 56.000 Menschen wurden ermordet oder starben an Folter, medizinischen Experimenten und Auszehrung.

Ein Haufen Schrott liegt in einem Tunnel.
Wo früher Häftlinge Raketen bauen mussten, können Besucher der Ort des Geschehens heute besuchen. Bildrechte: MDR/Heidje Beutel

Das 1943 eingerichtete KZ Mittelbau-Dora war berüchtigt für die Zwangsarbeit in Stollenanlagen. Häftlinge mussten dort Raketen und andere Rüstungsgüter herstellen. Jeder Dritte der rund 60.000 Häftlinge überlebte dies nicht.

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MDR (cfr)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. August 2022 | 13:00 Uhr

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