Protestaktionen Etwa 26.500 Menschen bei Demos für und gegen Corona-Politik in Thüringen

Erneut haben in vielen Thüringer Orten Menschen für und gegen die Corona-Politik in Deutschland protestiert. Die Polizei sprach am Montagmorgen von etwa 26.500 Teilnehmern. Über 400 Personalien seien aufgenommen worden, dabei sei es mehrfach gelungen, Personen als Verantwortliche für die nicht angemeldeten Proteste zu identifizieren, so die Polizei.

Eine Menschengruppe, die auf die Kamera zuläuft.
Unerwartet hatten die Demonstranten in Weimar in der Schwanseestraße zwei Fotografen angegriffen. Bildrechte: MDR/Johannes Krey

In Thüringen sind am Montagabend etwa 26.500 Menschen auf die Straße gegangen, um für und gegen die Corona-Regeln zu demonstrieren. Die Polizei sprach von 66 rechtswidrigen Aufzügen und elf angemeldeten Veranstaltungen.

Fotografen bei Demo in Weimar angegriffen

Schwerpunkte waren laut Polizeiangaben Gera mit gut 3.000, Saalfeld und Altenburg mit etwa 1.700 Menschen. Größere Proteste gab es auch in Gotha, Jena, Ilmenau, Hermsdorf, Arnstadt, Bad Salzungen und Meiningen. Die überwiegende Zahl der Protestierenden blieb laut Polizei friedlich, missachtete aber während der Zusammenkünfte die geltenden Infektionsschutzregeln.

Reporter vor Ort berichteten von Katz- und Maus-Spiel mit der Polizei. Die Demonstranten haben sich demnach in kleinere Gruppen gesplittet und auf Stadtgebiete verteilt, wie in Gera oder auch Weimar.

Lichterkette in Gera

In Weimar hatte es zudem fünf angemeldete Gegenkundgebungen gegeben. Dort wurden nach MDR THÜRINGEN-Informationen zwei Fotografen von Demonstranten körperlich angegriffen. Die Polizei nahm Personalien auf. In Gera stellten sich rund 300 Gegendemonstranten vom "Aktionsbündnis gegen Rechts" vor dem Stadtmuseum den etwa 3.000 Demonstranten mit einer Lichterkette entgegen.

Menschen stehen im Dunkeln auf dem Marktplatz in Weimar und haben Transparente vor sich liegen.
Fünf Gegendemos waren in Weimar angemeldet. Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Der Intendant des Theaters Altenburg Gera, Kay Kuntze, gab eine Erklärung ab, da sich die Demonstranten regelmäßig unangemeldet am Theater versammeln. Das Theater dürfe nicht instrumentalisiert werden, es könne kein Startpunkt für die "spaltenden Angriffe auf die Demokratie" sein, so Kuntze. Bereits zuvor hatte sich das Theater eindeutig von den Demonstrationen distanziert. Entlang der ursprünglich geplanten Demonstrationsstrecke hingen zudem Plakate unter anderem mit der Aufschrift "Wer mit marschiert, hat nix kapiert". Dabei soll es sich um eine Aktion der Piratenpartei gehandelt haben.

Mühlhausen: 400 Menschen protestieren mit Trommeln, Laternen und Fackeln

In Mühlhausen haben etwa 400 Menschen an einer unangemeldeten Demonstration teilgenommen. Mit Laternen, Fackeln und Trommeln zogen sie vom Kiliansgraben durch die Innenstadt. Anschließend versammelten sie sich vor dem Rabenturm auf dem Kleinen Blobach und riefen "Frieden, Freiheit, Souveränität."

Menschen stehen in Mühlhausen im Dunkeln.
Die Demonstranten in Mühlhausen waren zuvor durch die Innenstadt gezogen. Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Bei der Demonstration wurden keine Masken getragen und auch keine Mindestabstände eingehalten. Sie wehre sich gegen die Spaltung der Gesellschaft, sagte eine Teilnehmerin MDR THÜRINGEN. Ihren Worten nach schütze Impfen nicht vor Corona.

Unterstützung von der Bundespolizei

Die Beamten in Thüringen wurden von 250 Bundespolizisten unterstützt worden. Insgesamt erteilten sie 165 Platzverweise, mehr als 350 Ordnungswidrigkeiten wurden zur Anzeige gebracht. Neun Beamte seien bei den Einstätzen verletzt wurden, eine Polizistin davon sei vorläufig dienstunfähig.

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Quelle: MDR(gh,jml)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 25. Januar 2022 | 05:00 Uhr

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