Corona - und dann? Thüringer Hotels und Gaststätten erleichtert über 3G-Wegfall

Es sei offensichtlich, sagt Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des Thüringer Hotel- und Gaststättengewerbes, dass die Menschen mit dem Coronavirus leben müssen. Darauf habe sich seine Branche mit Hygienekonzepten und Lüftungsanlagen eingestellt. Nun komme es darauf an, "endlich wieder wirtschaften zu können".

Natürlich sei er erleichtert, sagt Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des Thüringer Hotel- und Gaststättengewerbes, dass die 3G-Regeln für seine Branche jetzt weggefallen sind. Nun komme es darauf an, "endlich wieder wirtschaften zu können". Der Verband wolle zwar weiter Hygienekonzepte empfehlen, doch gleichzeitig müsse die Branche zurück zur Normalität kehren.

Dies auch angesichts der Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg und großer betriebswirtschaftlicher Sorgen. Ja, er blicke "ein Stückchen optimistisch auf das Ostergeschäft", sagt Ellinger. Angesichts der Unklarheit, wie es mit 3G in der Branche weitergehe, hätten viele Gäste mit ihren Buchungen gewartet. Jetzt herrsche Klarheit. Für Firmen bedeute das, dass auch wieder Veranstaltungen mit relativer Sicherheit geplant werden könnten.

Sein Verband habe, sagt Ellinger, seit letztem Sommer "inständig" von der Thüringer Gesundheitsministerin gefordert, trotz Pandemie wieder Planbarkeit zu schaffen. Das sei nun erreicht. Ellinger geht weiter: Er hoffe, dass nunmehr auch die über die Quarantäneregeln neu entschieden werde. Wie in anderen Ländern sollten auch hier bei Menschen ohne Symptome die Quarantänezeiten verkürzt werden.

Finanzielle Lage vieler Unternehmen angespannt

Gegenwärtig lähmten die hohen Infektionszahlen die Situation in den Betrieben. Und das lege sich wiederum aufs Geschäft. Sorgen würde ihm die "sehr, sehr angespannte betriebswirtschaftliche Situation" bereiten. Rücklagen seien aufgebraucht, die Betriebskosten vor allem für Energie und Sprit seien "exorbitant" in die Höhe geschnellt. Die staatlichen Hilfen würden auslaufen.

Zusätzlich gebe es einen neuen Tarifabschluss für die Mitarbeiter der Branche. Die Unternehmen müssten jetzt "einfach mal dazu kommen, Geschäft zu machen". Schließlich gebe es ja schon das nächste Corona-Szenario für den kommenden Herbst - und aktuell den Krieg in der Ukraine. Dabei sei der vergangene Winter wieder schwierig gewesen. Das Weihnachtsgeschäft sei durch Corona "nahezu pulverisiert" worden. Immerhin seien die Leute in den Winterferien gereist.

Wir hatten ja auch ein bisschen - jedenfalls im Thüringer Wald - Glück mit dem Schnee dieses Jahr.

3G in der Gastronomie
Gastronomie und Hotelgewerbe tun sich mit der Überprüfung der Coronaschutzbestimmungen schwer. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Trotzdem gebe es weiter große Fragezeichen - besonders für Aufträge von Firmen. Wie die Pandemie sich letztlich auf das Überleben der vielen Gastro- und Hotelbetriebe in Thüringen auswirken werde, wisse er nicht, sagt Ellinger. Doch bislang sei die Anzahl seit Corona-Beginn nur leicht gesunken. Die meisten Thüringer Betriebe lägen in Familienhand. Ein Teil würde Nachfolger suchen, doch das wäre auch ohne Corona so gewesen.

Gottseidank haben wir auch Junge, Verrückte und Wilde, die sagen, jetzt musste mal eine Kneipe aufmachen.

Internationales Personal in der Branche

Auch beim Nachwuchs relativiert Ellinger. Das Fehlen deutscher Bewerber für die Berufsausbildung werde durch Ausländer kompensiert. Interessenten kämen aus Indien, Vietnam oder Marokko, das würde die Branche deutlich beleben. In Erfurt lernten momentan Berufsschüler aus über 20 Ländern. "Wir haben auch Russen und wir haben auch Ukrainer in der Ausbildung." Und das funktioniere gut.

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 31. März 2022 | 19:00 Uhr

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