Corona-Pandemie Lehrer in Thüringen dürfen Impfstatus weiter für sich behalten

Nachdem der Bund grünes Licht für die Abfrage des Impfstatus bei den Lehrkräften gegeben hat, will das Thüringer Bildungsministerium vorerst keinen Gebrauch davon machen. Erst ab der Warnstufe 3 soll die 3G-Regelung in Kraft treten. Die Entscheidung ist umstritten.

Schüler und Lehrer während des Präsenzunterrichts an einer Schule
Der Impfstatus der Lehrkräfte darf zunächst geheim bleiben. Bildrechte: dpa

Bereits Mitte September ist eine Neuregelung des Bundes in Kraft getreten, die in bestimmten Bereichen eine Impfstatus-Abfrage bei Beschäftigten erlaubt - unter anderem in Schulen und Kindergärten. Zunächst hat sich das Thüringer Bildungsministerium aber gegen der Impfstatus-Abfrage entschieden.

Wir gehen nach den Erfahrungen des Frühjahrs, als Pädagoginnen und Pädagogen frühzeitig Impfangebote erhielten und diese auch stark nachgefragt hatten, wie auch aufgrund punktueller Rückmeldungen aus den Schulen und Schulämtern von einer hohen Impfquote unter Schulpersonal aus

Felix Knothe, Sprecher des Thüringer Bildungsministeriums

Der Freistaat ist Dienstherr von Lehrern, Horterziehern und sonderpädagogischen Fachkräften an staatlichen Schulen. "Für diese Personengruppe hat bisher keine zentrale Abfrage des Impfstatus stattgefunden.", so der Sprecher.

Sollen Lehrer ihren Impfstatus für sich behalten können?

3G-Regelung ab Warnstufe 3

Das Bildungsministerium wies darauf hin, dass ab Warnstufe 3 auch in Schulen eine 3G-Regelung greife: Wer nicht geimpft ist oder als genesen gilt, muss sich testen lassen. "Bisher ist keine 2G-Pflicht für Lehrkräfte vorgesehen", teilte der Sprecher mit.

Die Stimmen bleiben umstritten

Die Grünen-Fraktionschefin Astrid Rothe-Beinlich sprach sich dafür aus, den Impfstatus von Lehrern abzufragen. "Ich halte es vom Grundsatz her durchaus für richtig, abzufragen, ob sich Lehrerinnen oder Lehrer haben impfen lassen", sagte die Bildungspolitikerin. Lehrkräfte arbeiteten unter anderem mit Kindern unter zwölf Jahren - eine Gruppe, die sich bislang nicht impfen lassen könne. Aus ihrer Sicht könne man von Lehrern erwarten, sich bestmöglich zu schützen.

Der bildungspolitische Sprecher der Thüringer CDU-Fraktion, Christian Tischner, sieht eine Impfstatus-Abfrage dagegen kritisch: "Ein Berufsverbot für Lehrer durch die Hintertür in Folge einer Impfabfrage lehnt die CDU-Fraktion strikt ab.". Bildungsminister Helmut Holter (Linke) müsse demnach mit ausreichend Tests und Luftfiltern für sichere Schulen sorgen, forderte Tischner.

Quelle: MDR Thüringen/dpa/mw

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. Oktober 2021 | 10:00 Uhr

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