Meinung Kommentar zur Maskenpflicht im Unterricht: Seid vernünftig!

Steigende Infektionszahlen und Familien im Corona-Dauerstress, trotzdem soll in Thüringen die Maskenpflicht im Unterricht an Grund- und Förderschulen fallen. Das ist alles andere als vernünftig und gerade den Kindern nicht zu vermitteln.

Masken hängen zusammen mit Taschen und Rucksäcken an Kleiderhaken in einem Klassenraum einer Grundschule.
In Thüringen soll es ab dem 20. März keine Maskenpflicht mehr im Unterricht an Grund- und Förderschulen geben. Bei Wegen im Schulgebäude sollen die Mund-Nasen-Bedeckungen hingegen noch getragen werden. Bildrechte: dpa

Familien ist die Maskenpflicht im Unterricht als wichtiges Instrument zur Bewältigung der Corona-Pandemie verkauft worden. Die Kinder, schon die jüngsten in den ersten Klassen, haben den sorgsamen Umgang mit den Masken gelernt. Sie haben verinnerlicht, wie wichtig Mund-Nasen-Bedeckungen sind, um sich und andere vor einer gefährlichen Krankheit zu schützen. Haben mehr oder weniger klaglos durchgezogen, was viele Erwachsene auch nach zwei Jahren Pandemie nicht können: die Maske korrekt über Mund und Nase getragen, auf Kosten ihrer Mimik, ihres Komforts und ihrer Konzentrationsfähigkeit. Und nun soll das ab Montag nicht mehr gelten?

Eltern und Pädagogen müssen Regel-Wirrwarr erklären

Jetzt, zu diesem Zeitpunkt in der Pandemie, die Maskenpflicht im Unterricht abzuschaffen, wirkt unglaubwürdig und unentschlossen. Der Bildungsminister argumentiert mit einer geänderten Gesetzeslage, berücksichtigt dabei aber offenbar nicht die aktuelle Corona-Lage.

Und nicht der Bildungsminister, sondern Eltern und Schulen müssen den Kindern diesen Wirrwarr erläutern. Wer das Maskentragen bisher vor den Kindern verteidigt hat, muss nun irgendwie erklären, warum die Erwachsenen mit Entscheidungsbefugnis plötzlich anderer Meinung sind. Und wer den Masken im Unterricht skeptisch gegenübersteht, begrüßt den Schritt möglicherweise - aber da sind immer noch die Lehrerinnen und Lehrer, Hortnerinnen und Hortner, die die Masken vor den Kindern bisher rechtfertigen und das Tragen durchsetzen mussten.

In jedem Fall zeigen die Erwachsenen wieder einmal, wie uneins und irrational sie in der Corona-Pandemie handeln. Wie erkläre ich meinen Kindern diesen Kurswechsel in Anbetracht rasant steigender Infektionszahlen? Nachdem sie in den vergangenen zwei Jahren einen nicht unerheblichen Teil der Pandemiebekämpfung geschultert, deshalb auf viel verzichtet und einige Lernrückstände noch lange nicht aufgeholt haben?

Ja, die inzwischen kursierenden Varianten mögen in der Masse weniger schwere Krankheitsverläufe verursachen. Doch Lehrerinnen und Erzieher in Quarantäne oder Isolation bedeuten auch: eingeschränkte Betreuungszeiten, weniger Unterricht und unzählige berufstätige Mütter und Väter im Dauer-Coronastress. Der übrigens nicht seit Monaten, sondern seit Jahren anhält. Darunter leiden nicht nur Familien, sondern auch die viel beschworene kritische Infrastruktur.

Darum: Liebe Politikerinnen und Politiker, tut alles dafür, dass es möglichst wenige Ansteckungen in Schulen, Horten und Kindergärten gibt. Und wenn dafür feste Lern- und Betreuungsgruppen sowie die Maskenpflicht im Unterricht notwendig sind, haltet daran fest! Seid bitte vernünftig. Die Kinder sind es schon. Und das Ende der Pandemie ist bereits in Sicht.

MDR (uka)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 16. März 2022 | 19:00 Uhr

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