Corona Trotz positiven Tests zur Arbeit: Wenige Fälle von Arbeitsquarantäne in Thüringen

In Thüringen hat es trotz anhaltenden Personalmangels nur wenige Fälle von Arbeitsquarantäne gegeben. Betroffene haben dann trotz eines positiven Corona-Tests oder Kontakt zu einem Infizierten weitergearbeitet - unter strengen Regeln.

Ein Mann mit Maske und Corona-Test.
In Ausnahmefällen dürfen Menschen, die Corona-positiv getestet wurden oder Kontakt mit einem Infizierten hatten, unter strengen Auflagen vom Gesundheitsamt weiter am Arbeitsplatz arbeiten. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Thüringen hat es trotz anhaltenden Personalmangels nur wenige Fälle von Arbeitsquarantäne gegeben. Das hat eine Umfrage von MDR THÜRINGEN bei Sozialverbänden und Landkreisen ergeben. Arbeitsquarantäne bedeutet, dass Frauen und Männer, die Corona-positiv getestet wurden oder direkten Kontakt mit einem Infizierten hatten, unter strengen Regeln weiterarbeiten können.

Um die kritische Infrastruktur im Notfall aufrecht zu erhalten, hatte das Robert Koch-Institut im vergangenen Jahr eine entsprechende Empfehlung gegeben. Die Betroffenen durften aber keinerlei Symptome zeigen und nur zwischen Arbeits- und Wohnort auf direktem Weg und allein unterwegs sein. Inzwischen gibt es diese Option wegen der Impfmöglichkeiten laut RKI nicht mehr. Ganz aus der Welt scheint sie dennoch nicht.

Zur Arbeit trotz positiven Tests

So teilte der Landkreis Greiz auf Anfrage mit, dass die Möglichkeiten einer Arbeitsquarantäne in diesem November sogar ausgeweitet wurden. Wegen des akuten Personalmangels sei es möglich, nicht nur Kontaktpersonen, sondern auch positiv Getestete ohne Symptome einzusetzen. Dazu brauche es aber eine enge Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und einer strengen Kontrolle.

Einen solchen Fall gab es demnach schon. Im Landkreis habe die Arbeitsquarantäne vor allem aber im Frühjahr letzten Jahres geholfen, hieß es. Damals galten mehrere Pflegeheime im Landkreis als Corona-Hotspots. Es sei einfach kein Personal da gewesen, das aus anderen Häusern hätte abgezogen werden können. Auch in Sonneberg gab es einen vergleichbaren Fall: Dort arbeitete eine Beschäftigte in der Klinik-Notaufnahme trotz Quarantäne weiter. Auch hier hatte das Gesundheitsamt den Einsatz nach gründlicher Prüfung genehmigt.

Arbeitsquarantäne als "letztes Mittel"

Eine Sprecherin der Arbeiterwohlfahrt sagte MDR THÜRINGEN, die Arbeitsquarantäne sei ohnehin das wirklich letzte Mittel, wenn nichts mehr gehe. Sie nannte ein Beispiel: So war eine Jugendwohngruppe in Eisenach betroffen. Alle zwölf Jugendlichen und jungen Erwachsenen mussten sich wegen einiger positiver Coronafälle in der WG isolieren. Mitarbeiter erklärten sich bereit, in der Wohngruppe zu bleiben. Nach wie vor gebe es diese Bereitschaft, in akuten Situationen in Arbeitsquarantäne zu wechseln, so die AWO-Sprecherin.

In Häusern, die das DRK betreibt, spielt diese Frage derzeit keine Rolle. Ein Sprecher sagte MDR THÜRINGEN, es habe aber im vergangenen Jahr Fälle gegeben. Damals hätten sich Mitarbeiter zur Arbeit trotz Quarantäne bereit erklärt, um infizierte Pflegeheimbewohner betreuen zu können.

Gesundheitsämter ausgelastet: Keine genauen Zahlen

Vergleichbare Einzelfälle gab es in mehreren Thüringer Regionen. Das bestätigten zum Beispiel der Landkreis Schmalkalden-Meiningen und der Saale-Orla-Kreis. Genaue Zahlen zur Arbeitsquarantäne liegen aber nirgendwo vor. Alle verfügbaren Mitarbeiter seien mit dem Nachverfolgen von Kontakten beschäftigt, hieß es zum Beispiel aus den Landratsämtern in Gotha, Sömmerda und Arnstadt. Zeit für solche Art Statistiken gebe es da nicht.

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Quelle: MDR(fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. Dezember 2021 | 11:00 Uhr

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