Corona-Pandemie Ende der epidemischen Lage in Thüringen: Welche Regeln jetzt gelten

In Thüringen ist die epidemische Lage ausgelaufen. Seit Freitag gelten teils erhebliche Lockerungen der Corona-Regeln. Welche wegfallen oder gelockert werden, erfahren Sie hier.

Als der Thüringer Landtag am 24. November eine "konkrete Gefahr der epidemischen Ausbreitung" von Covid-19 feststellte, war bereits klar, dass der Freistaat nicht mehr alle Corona-Patienten in seinen Kliniken versorgen kann. Einen Tag nach der Parlamentsentscheidung wurden die ersten beiden Intensivpatienten nach Niedersachsen gebracht.

Nun ist die epidemische Notlage ausgelaufen - und soll nicht erneuert werden. Daher gelten seit Freitag (25. Februar) Lockerungen in Thüringen. Dabei ist die Sieben-Tage-Inzidenz mit einem Wert von deutlich mehr als 1.000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche derzeit wesentlich höher als am 24. November. Damals war sie von Robert Koch-Institut mit 721,6 angegeben worden.

Doch anders als vor knapp drei Monaten greift diesmal nicht die Delta-Variante des Coronavirus um sich, sondern Omikron. Ein Kollaps des Gesundheitssystems zeichnet sich bisher nicht noch einmal ab. Das Auslaufen der epidemischen Lage bringt für die Thüringerinnen und Thüringer erhebliche Lockerungen mit sich. Ein Überblick:

Wo fallen Corona-Regeln weg oder werden gelockert?

Demonstrationen oder politische Kundgebungen müssen künftig nicht mehr an einem festen Ort stattfinden - Demonstrationszüge etwa werden wieder erlaubt sein. Außerdem fällt das Verbot von Volksfesten, Frühlingsmärkten und Festivals weg. Freizeitparks, Bars, Diskotheken und Bordelle dürfen unter Auflagen wieder öffnen und nicht mehr pauschal geschlossen werden.

Welche Hotspot-Regeln gelten?

Die strengeren sogenannten Hotspot-Regeln in Regionen mit besonders hohen Inzidenzen fallen weg. Dazu zählt unter anderem eine stärkere Begrenzung von Besuchern bei Veranstaltungen - aber auch die Wiedereinführung einer Sperrstunde in der Gastronomie und die Ausweitung von 2G+-Regeln auf Bereiche wie Gastronomie oder körpernahe Dienstleistungen. Der Landkreis Eichsfeld befindet sich derzeit in der ersten Hotspot-Kategorie, wo solche strengeren Regeln angewandt werden müssen. Mit dem Auslaufen der epidemischen Lage fallen diese dann auch dort weg.

Welche Bedingungen gelten seit Freitag?

Nach bisherigen Plänen des Thüringer Gesundheitsministeriums soll seit Freitag in Bars die 3G-Regel gelten. Das bedeutet: Zutritt erhalten nur geimpfte und genesene Menschen sowie jene, die einen negativen Corona-Test vorzeigen können. In Freizeitparks oder Indoorspielplätzen sollen nur Geimpfte oder Genesene Eintritt erhalten. In Clubs, Diskotheken, Bordellen oder Swingerclubs kommen dann nur noch Geimpfte und Genesene rein, die zusätzlich einen negativen Test zeigen können oder deren Immunisierung noch nicht lange zurückliegt.

Wie geht es weiter?

Die nächsten Lockerungen sind schon geplant: Am 1. März soll es eine neue Corona-Verordnung geben. Außerdem ist nach bisherigen Plänen mit den meisten Corona-Regeln ab 20. März ohnehin Schluss. Dann soll es nach einer Verabredung von Bund und Ländern nur noch eine Art Basis-Schutz geben. Wie genau der aussieht soll, steht noch nicht fest.

Thüringens Corona-Hilfsfonds aufgestockt Wie Mitglieder des Haushaltsausschusses des Landtags am Donnerstag mitteilten, ist Thüringens Corona-Hilfsfonds aufgefüllt worden. Zu den vorhandenen 86 Millionen Euro kämen nun wie verabredet die prognostizierten Steuermehreinnahmen von 82 Millionen Euro in diesem Jahr. Damit stehen nun unter anderem für die Beschaffung von Corona-Tests, für Impfzentren oder direkte Wirtschaftshilfen rund 168 Millionen Euro zur Verfügung.

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MDR dpa,Stefan Hantzschmann

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 24. Februar 2022 | 06:00 Uhr

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