Ukraine-Krieg Thüringen hilft: Hotelverband sucht freie Zimmer für Flüchtlinge aus Ukraine

Immer mehr Menschen flüchten aus der Ukraine. Auch in Thüringen sind die ersten von ihnen bei Verwandten untergekommen. In den Erstaufnahmeeinrichtungen gibt es noch freie Zimmer, dennoch könnten diese bald belegt sein. Damit den Menschen schnell und unbürokratisch geholfen werden kann, ruft der Verband des Hotel- und Gastgewerbes in Thüringen dazu auf, freie Zimmer in Hotels und Ferienwohnungen zur Verfügung zu stellen.

Eine Gruppe von Geflüchteten aus der Ukraine kommt am Bahnhof von Przemysl an.
Eine Gruppe von Geflüchteten aus der Ukraine kommt am Bahnhof von Przemysl/Polen an. Bildrechte: dpa

Das Thüringer Hotel- und Gastgewerbe (Dehoga) will einen Beitrag für geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer leisten. Am Mittwochnachmittag will der Verband Thüringen einen Aufruf starten, um freie Ferienwohnungen und Hotelzimmer in ganz Thüringen zu suchen. Dort könnten Familien sowie allein reisende Frauen und Kinder schnell und unbürokratisch untergebracht werden.

Weimarer Hoteliers stellen bereits Zimmer bereit

Die Lage in der Ukraine sei dramatisch, so heißt es in dem Aufruf der Dehoga. Noch seien Plätze in den Thüringer Erstaufnahmeeinrichtungen frei. Würden aber mehr Flüchtlinge kommen, so will auch das Gastgewerbe helfen, wenn es die Kapazitäten erlauben. Schon vor dem Aufruf haben Weimarer Hoteliers und Pensionsbetreiber, darunter auch das Traditionshotel Elephant, spontan Zimmer für Flüchtlinge bereitgestellt. Von bis zu 40 Zimmern ist die Rede. Die Thüringer Dehoga will nun alle Hotels und Pensionen zusammentragen, die Flüchtlinge aufnehmen können. Noch ist unklar, ob sich das Land an den Kosten beteiligt.

Erste Flüchtlinge in Thüringen angekommen

In Thüringens Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl sind die ersten ukrainischen Flüchtlinge untergebracht worden. Dabei handle es sich um einen Familienvater, seine Schwester und seinen Sohn, wie ein Sprecher des Landesverwaltungsamtes am Mittwoch auf Anfrage sagte.

Ukrainische Flüchtlinge müssen sich nicht in der Erstaufnahmeeinrichtung melden, weil auch kein Asylantrag nötig ist. Sie können sich zunächst 90 Tage einfach so in der EU aufhalten. Der Aufenthalt kann dann um weitere 90 Tage verlängert werden. Um Obdachlosigkeit zu vermeiden, sei es aber durchaus möglich, dass Ukrainer, die beispielsweise in Deutschland sonst keine Kontakte oder Mittel haben, in Suhl untergebracht werden können.

Mehr als 670.000 Menschen auf der Flucht

Auch in Jena sind 26 Menschen aus der Ukraine eingetroffen. Laut Stadtverwaltung wurden sie dem Büro für Migration und Integration gemeldet. Weitere Menschen werden erwartet. Zugleich haben zahlreiche Jenaer Einwohner Unterkünfte angeboten, die nun geprüft werden. Als Notunterkunft gebe es zudem 60 Plätze in einem Schullandheim sowie 40 Plätze in den städtischen Gemeinschaftsunterkünften. Für aktuelle Fragen rund um die Unterbringung der Kriegsflüchtlinge hat Jena das Internetangebot der Stadt ergänzt.

Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine vergangenen Donnerstag sind nach UN-Angaben bereits 677.000 Menschen in Nachbarländer geflüchtet. Rund die Hälfte sei in Polen angekommen.

MDR (jml)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. März 2022 | 12:00 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/b63aeec3-4254-49bb-9544-1308ae4d07ca was not found on this server.

Mehr aus Thüringen