Spitzenleistung gewürdigt Thüringer Forschungspreis 2022 geht nach Jena, Erfurt und Ilmenau

Der Thüringer Forschungspreis 2022 geht an Forschende der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Universität Erfurt und der Technischen Universität Ilmenau.

Prof.Thomas Hannappel mit Forschungsteam
Professor Thomas Hannappel (Mitte) und sein Team von der Technischen Universität Ilmenau erhalten den Thüringer Forschungspreis in der Kategorie "Grundlagenforschung". Bildrechte: TMWWDG/Michael Reichel

Forschende der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Universität Erfurt und der Technischen Universität Ilmenau werden in diesem Jahr mit dem Thüringer Forschungspreis geehrt.

"Ihre Projekte tragen auf unterschiedlichste Weise dazu bei, wirtschaftliche wie gesellschaftliche Herausforderungen anzugehen und die Grundlage für mögliche Lösungen zu schaffen", betonte Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auf der virtuellen Preisverleihung. Per Videobotschaft gratulierte er den Gewinner-Teams.

Ilmenau: Effiziente Umwandlung von Wasser in Wasserstoff

Der Forschungspreis in der Kategorie "Grundlagenforschung" und 25.000 Euro gehen an die Technische Universität Ilmenau. Die Forschergruppe um Professor Thomas Hannappel beschäftigt sich mit der effizienten Umwandlung von Wasser mit Sonnenenergie in Wasserstoff. Dafür untersuchen sie die Grenzflächen von verschiedenen Halbleitern und Silizium.

Prof.Thomas Hannappel hält Forschungspreis
Professor Thomas Hannappel analysiert mit seiner Forschungsgruppe Methoden, wie sich Wasser mit Hilfe von Sonnenenergie in seine Bestandteile zerlegen lässt. Bildrechte: TMWWDG/Michael Reichel

Durch eine optimale Struktur der Grenzflächen kann der Wirkungsgrad bei der Wasserstofferzeugung erheblich gesteigert werden. Das heißt, je höher der Wirkungsgrad, umso wettbewerbsfähiger lässt sich Wasser mit Hilfe von Sonnenenergie in seine Bestandteile zerlegen, Wasserstoff und Sauerstoff. Bereits heute kann durch die Forschung der Wissenschaftler die Materialqualität elektronischer Halbleiter- Bauelemente deutlich verbessert werden.

Erfurt: Relevante Cosmo-Studie zu Corona-Befindlichkeiten

Der Preis in der Kategorie "Angewandte Forschung" wird geteilt. Die Hälfte des Preisgeldes, 12.500 Euro, geht an die Universität Erfurt. Für seine Arbeit an der Cosmo-Studie wird das Team um Psychologie-Professorin Cornelia Betsch von der Universität Erfurt geehrt.

Cornelia Betsch, Professorin für Gesundheitskommunikation
Das Team um Cornelia Betsch, Heisenberg-Professorin für Gesundheitskommunikation an der Universität Erfurt, erhielt den Forschungspreis für seine viel beachtete Cosmo-Studie. Bildrechte: dpa

Mehr als zwei Jahre lang befragte es regelmäßig 1.000 zufällig ausgewählte Menschen nach ihren Corona-Befindlichkeiten. Etwa danach, was sie vom Maske Tragen oder vom Impfen halten und wie hoch ihr Vertrauen in staatliche Institutionen ist.

Die Ergebnisse wurden fortwährend veröffentlicht. Dadurch wurde die Cosmo-Studie zur wichtigen Referenz, um gesellschaftliche Diskussionen und politische Entscheidungen zu unterstützen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt in rund 40 Ländern Studien nach dem Vorbild der Cosmo-Studie durch.

Jena: Molekül-Suchmaschine "lernt" dazu dank künstlicher Intelligenz

Ebenfalls 12.500 Euro, und damit die zweite Hälfte des Preisgeldes in der Kategorie "Angewandte Forschung", gehen an die Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ausgezeichnet wird die Forschergruppe um Professor Sebastian Böcker.

Die Bioinformatiker entwickelten eine Art Molekül-Suchmaschine, die ständig selbst dazu lernt. Mithilfe künstlicher Intelligenz kann sie in kurzer Zeit Millionen von Molekülen und Naturstoffen bestimmen und Stoffklassen zuordnen.

Forschergruppe um Prof. Sebastian Böcker
Professor Sebastian Böcker (Mitte) und sein Tem entwickelten ein Molekül-Suchmaschine, die Moleküle bestimmt. Sie bildet die Grundlage einer international genutzten Software. Bildrechte: Jens Meyer/Universität Jena

In Zusammenarbeit mit internationalen Fachleuten entstand daraus die nutzerfreundliche Software Sirius, die über Webservices angeboten wird. Bisher wurden mit ihr mehr als 160 Millionen Anfragen aus 69 Ländern bearbeitet. Inzwischen wurde an der Friedrich-Schiller-Universität die Firma Bright Giant GmbH ausgegründet, die einen solchen Service kommerziell anbietet.

Um den Thüringer Forschungspreis 2022 hatten sich insgesamt zehn Projekte beworben. Er wird seit 1995 jährlich in den Kategorien "Grundlagenforschung" und "Angewandte Forschung" vergeben. Geehrt werden damit wissenschaftliche Spitzenleistungen der Thüringer Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Der Preis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert.

MDR (fn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Mittag | 06. April 2022 | 12:00 Uhr

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