Landwirtschaft Fläche für Gemüse-Anbau in Thüringen schrumpft

In Thüringen gibt es immer weniger Anbaufläche für Getreide und Gemüse. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Fläche halbiert. Laut Gartenbau-Landesverband ist die Lage dramatisch.

Eine Weißkohlpflanze, im Hintergrund ein Trecker.
Die Landwirtschaftsfläche für Gemüse und Getreide hat sich in den vergangenen zehn Jahren in Thüringen halbiert. Bildrechte: IMAGO / Rupert Oberhäuser

Die Anbaufläche für Gemüse und Getreide in Thüringen schrumpft weiter. Wie die Thüringer Allgemeine berichtet, hat sich die Fläche in den vergangenen zehn Jahren auf 600 Hektar halbiert. Vom Landesverband Gartenbau hieß es demnach, die Lage sei dramatisch.

Vor allem der Mindestlohn mache den Gemüseanbau unwirtschaftlich, heißt es. Thüringen habe im Vergleich zu Polen, Spanien oder Italien einen Wettbewerbsnachteil, da Erntehelfer dort weniger verdienten, sagte ein Verbandssprecher der Zeitung. Gemüseanbau gilt als kosten- und personalintensiv, da vielfach von Hand geerntet wird.

Spargel auf Feld
Laut Thüringer Gartenbau-Verband ist der Mindestlohn für die Erntehelfer unter anderem ein Grund für den Rückgang des Gemüseanbaus. Bildrechte: MDR/Spargelhof Kutzleben

Weniger Fläche für Gemüseanbau

Laut Landwirtschaftsministeriums ist vor allem das Verdichten von Flächen für den Rückgang der Anbauflächen verantwortlich. Innerhalb von fünf Jahren sind fast 45.000 Hektar Landwirtschaftsfläche verloren gegangen. Das sind umgerechnet rund 24 Hektar täglich. Doch nicht jedes Jahr liegt die versiegelte Fläche im zweistelligen Bereich. Mit einem Hektar wurde im Jahr 2004 am wenigsten versiegelt. Besonders viel Boden wurde 2018 mit 45,2 Hektar und 2017 mit 30,8 Hektar versiegelt. Bundesweit lag der Durchschnitt in den vergangenen Jahren bei etwa 60 Hektar versiegelter Fläche pro Tag.

In Thüringen wird etwa die Hälfte der Landesfläche (775.000 Hektar) landwirtschaftlich genutzt. Der Großteil ist Ackerland. Auf rund 200.000 Hektar wird Weizen angebaut. Wichtige Gemüsesorten in Thüringen sind außerdem Spargel, Speisezwiebeln, Weißkohl und Blumenkohl. Das Freilandgemüse wird auf mehr als drei Viertel der gesamten Gemüsefläche angebaut. Hauptanbaugebiete sind der Raum Erfurt, der Unstrut-Hainich-Kreis und das Altenburger Land.

Blumenkohl-Anbau in Thüringen rückläufig

Der Anbau von Blumenkohl, der einst ganz oben auf der Beliebtheitsskala stand, ist allerdings weiter rückläufig. Das geht aus Zahlen des Thüringer Landesamts für Statistik hervor. Demnach beträgt die Anbaufläche für Blumenkohl nur noch rund 60 Hektar - vor knapp 30 Jahren waren es noch mehr als 500 Hektar.

Ein Blumenkohl mit weißem, erntereifem Kopf
In Thüringen wird weniger Blumenkohl angebaut als noch vor einigen Jahren. Bildrechte: MDR Garten/Annett Zündorf

Im Altenburger Land gaben Landwirte in jüngster Vergangenheit den Anbau von Bohnen, Spinat und Erbsen wegen zu hoher Kosten auf. Viele schwenkten auf Getreide oder Raps um. Daneben werden in Thüringen auch Mais, Sonnenblumen, Kartoffeln und Rüben (13.000 Hektar) angebaut. Angesichts des Krieges in der Ukraine ist laut Ministerium geplant, mehr Eiweiß und Obst anzubauen.

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MDR (fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. April 2022 | 06:00 Uhr

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