Rechtsextreme Hooligans "Jungsturm"-Prozess: Strafe für einen der vier Verurteilten aufgehoben

Im Februar 2021 verurteilte das Landgericht Gera vier Mitglieder rechtsextremen Hooligan-Gruppierung "Jungsturm". Der jüngste Angeklagte erhielt als einziger eine Bewährungsstrafe. Darüber muss das Landgericht auf Geheiß des Bundesgerichtshofs neu entscheiden.

Polizeiliche Festnahme eines Jungsturm-Anhängers
Das Landgericht Gera hatte vier Mitglieder des rechstextremen "Jungsturms" verurteilt. Der BGH hat nun ein Urteil aufgehoben. (Archiv) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Landgericht Gera muss abermals über die Strafe eines von vier Verurteilten im Thüringer "Jungsturm"-Verfahren entscheiden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Bewährungsstrafe für einen 22-Jährigen aufgehoben.

Strafe habe sich zu wenig am Jugendstrafrecht orientiert

Nach Auffassung des BGH hat das Landgericht Gera sogenannte wesentliche Strafzumessungsregeln des Jugendstrafrechts für den zur Tatzeit 18-Jährigen außer Acht gelassen und sich vorwiegend am Erwachsenenstrafrecht orientiert. Der heute 22-Jährige war zusammen mit drei älteren Männern wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruch verurteilt worden.

Im Revisionsverfahren des 29-jährigen Mittäters bestätigte der BGH die verhängte Haftstrafe von zweieinhalb Jahren. Die Urteile gegen zwei weitere Verurteilte in dem Verfahren waren bereits im Januar vom BGH bestätigt und damit rechtskräftig geworden.

Schlägereien mit anderen Hooligan-Gruppen

Die Gruppe "Jungsturm" aus dem Umfeld des Fußballclubs Rot-Weiß Erfurt hatte sich zu Schlägereien mit anderen Hooligan-Gruppierungen getroffen und Fans des FC Carl Zeiss Jena überfallen - so im Sommer 2019 auf dem Hauptbahnhof von Gotha.

Das Landgericht Gera hatte die Gruppierung im Februar 2021 als kriminelle Vereinigung eingestuft. Was die Mitglieder verbinde, sei ihre Faszination für Gewalt und ihre rechtsextreme Gesinnung, hatte der Vorsitzende Richter sein Urteil begründet.

"Jungsturm"-Mitglieder pflegen seit Jahren Kontakte zur Eisenacher Neonazi-Gruppierung "Knockout 51". Vier Führungspersonen dieser Kampfsport-Gruppe hatte die Bundesanwaltschaft Anfang April in Eisenach und im hessischen Rotenburg festnehmen lassen. Sie sitzen in Untersuchungshaft.

MDR (fno)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. April 2022 | 14:00 Uhr

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