Ukraine-Krieg Ministerin: Lebensmittelversorgung in Thüringen nicht gefährdet

Die Lebensmittelversorgung in Thüringen ist trotz des Kriegs in der Ukraine gesichert. Das hat Landwirtschaftministerin Susanna Karawanskij am Dienstag versichert. Die Landesregierung nehme die Lage sehr ernst. Aber niemand müsse sich Sorgen über die Verfügbarkeit von Lebensmitteln machen, sagte die Linke-Politikerin. Bei Getreide liege der Selbstversorgungsgrad in Deutschland beispielsweise bei nahezu 100 Prozent.

Susanna Karawanskij
Thüringens Agrarministerin Susanna Karawanskij Bildrechte: dpa

Auf Hamsterkäufe verzichten

Karawanskij rief die Menschen im Freistaat dazu auf, auf Hamsterkäufe zu verzichten. Offenbar hätten manche Menschen Angst, am nächsten Tag bestimmte Produkte nicht mehr zu bekommen - etwa Sonnenblumenöl oder Mehl. "Was wir an Lücken in den Supermarktregalen sehen, ist vor allem auf die angespannte Lage in der Logistikbranche zurückzuführen", sagte die Ministerin. Viele Lkw-Fahrer seien ausgefallen, unter anderem wegen Corona-Infektionen, aber auch, weil die Ukraine ihre männliche Bevölkerung zur Landesverteidigung einberufen habe. Europaweit seien bisher 130.000 Lkw-Fahrer aus der Ukraine unterwegs gewesen. Zu rechnen sei allerdings mit höheren Lebensmittelpreisen, weil die Kosten für Kraftstoffe, Energie und Düngemittel deutlich gestiegen seien.

Höhere Lebensmittelpreise durch gestiegene Kosten möglich

Das bestätigte auch der Präsident des Thüringer Bauernverbandes, Klaus Wagner. Es sei noch unklar, ob die Betriebe diese Kosten am Ende etwa über höhere Weizenpreise ausgleichen könnten. Auch Wagner betonte, die einheimische Ernährungsmittelbranche sei leistungsfähig genug, um die Versorgung abzusichern.

Agrarministerin Karawanskij kündigte am Dienstag auch an, dass wie im Trockenjahr 2018 Brachflächen für den Anbau von Tierfutter genutzt werden sollen. Eine entsprechende Landesverfügung würde erlassen. Karawanskij sprach sich auch dafür aus, in Deutschland die Agrardieselvergütung anzupassen und bei Benzin und Diesel eine zeitlich begrenzte Steuersenkung vorzunehmen. Zudem müsse der Lebensmittelverschwendung ein Riegel vorgeschoben werden.

MDR (dr), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. März 2022 | 19:00 Uhr

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