Omikron-Welle Thüringer Lehrerverband fordert mehr Sicherheit an Schulen

Die Vertretung der Thüringer Lehrer fühlt sich bei der Bewältigung des Unterrichts im Zuge der Pandemie weiter im Stich gelassen. Anstatt Schnelltests fordert der Verband für Unterrichtsklassen PCR-Tests.

Schüler mit Masken im Unterricht, eine Schülerin meldet sich.
Die meisten Klassen starteten am Mittwoch mit Präsenzunterricht (Symbolfoto). Bildrechte: dpa

Der Thüringer Lehrerverband (TLV) sieht die Schulen bei einem Anwachsen der Omikron-Welle nicht als sicher an. "Wir gehören trotz der nach wie vor sehr deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegenden Inzidenzen zu den Bundesländern, wo in den Schulen am wenigsten getestet wird", sagte der Landesvorsitzende Rolf Busch am Mittwoch.

Zudem seien die sogenannten Lollitests von minderwertiger Qualität. Auch andere Schnelltests bieten laut Verband nicht annähernd so viel Sicherheit wie ein PCR-Test. Gefordert werden daher nach wie vor die sogenannten PCR-Pooltests.

Rolf Busch, Vorsitzender des Thüringer Lehrerverbandes
Rolf Busch, Vorsitzender des Thüringer Lehrerverbandes Bildrechte: dpa

Bei Pooltests werden Proben mehrerer Personen oder einer Klasse gemeinsam als Sammelprobe im Labor untersucht. So wird Material und Zeit gespart. Fällt die Poolprobe positiv aus, werden alle Schüler einzeln auf eine Infektion hin getestet.

Lehrerverband: Niemand unterstützt uns

Der Lehrerverband unterstütze, dass die Schule offen bleiben. Allerdings müssten dazu die Strukturen für die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs geschaffen werden, sagte Busch. "Wir rufen seit Monaten verzweifelt um Hilfe. Aber es kommt niemand. Niemand, der uns bei der Organisation und Durchführung der Tests unterstützt. Niemand, der uns dabei hilft, die Einhaltung der Hygienemaßnahmen zu kontrollieren", sagte er.

"Wir haben ausreichend Tests geordert. Die sind auch geliefert worden", bemerkte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) zu der Kritik. Bis zu den Ferien im Februar reiche der Bestand für ein zweimaliges Testen in der Woche aus. Und dann könne nachbestellt werden.

Als einziges Bundesland startete Thüringen nach den Weihnachtsferien mit zwei Tagen Distanzunterricht ins neue Jahr. Seit Mittwoch dürfen die Schulen selbst über Präsenz-, Distanz- oder Wechselunterricht entscheiden. Die meisten Schulen entschieden sich für Präsenzunterricht.

Quelle: MDR(sar),dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Januar 2022 | 15:00 Uhr

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