Corona-Pandemie Maskenproduktion auch in Thüringen weitgehend gestoppt

Auch in Thüringen haben die Hersteller von FFP2- und OP-Masken ihre Produktion weitgehend eingestellt. Wegen der geringen Nachfrage laufen die Maschinen oft nur noch mit geringer Auslastung, ergab eine Umfrage von MDR-THÜRINGEN. Zudem seien die Lager randvoll. Laut Maskenverband Deutschland stehen in nahezu allen Werken in der Bundesrepublik die Maschinen still.

Im Vordergrund liegt ein Haufen Atemschutzmasken. Im Hintergrund näht eine Frau.
Auch das Breckle Matratzenwerk in Weida hatte seine Produktion zum Teil auf Atemschutzmasken umgestellt. Bildrechte: Grit Hasselmann/MDR

Die deutschen Hersteller von Corona-Schutzmasken haben nach Angaben des Maskenverbandes Deutschland ihre Produktion fast vollständig eingestellt. "Bis auf wenige Ausnahmen stehen alle Maschinen still", sagte Sprecher Stefan Bergmann dem General-Anzeiger am Dienstag. Als Grund nannte er ausbleibende Großaufträge öffentlicher Abnehmer und des Gesundheitswesens wegen des großen Angebots billiger Masken aus China.

Produktionsstopp auch in Thüringen

Auch in Thüringen haben die Hersteller von FFP2- und OP-Masken ihre Produktion weitgehend eingestellt. Wegen der geringen Nachfrage laufen die Maschinen oft nur noch mit geringer Auslastung, ergab eine Umfrage von MDR-THÜRINGEN. Zudem seien die Lager randvoll. Dabei hatten viele Unternehmer vor anderthalb Jahren extra neue Maschinen angeschafft, als Masken und Schutzausrüstung rar waren und Politiker versprachen, die Produktion wichtiger medizinischer Artikel nach Deutschland zurückzuholen.

Zwei Frauen in einem Raum beim Zuschneiden und Nähen von Schutzmasken in bunten Farben, das Zubehör für die Masken, fertige Masken aus bunten Stoffen.
Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Auslastung der Maschinen bei zehn Prozent

Rund 800.000 Euro hatte zum Beispiel die Firma Wand & Reichwein in Werra-Suhl-Tal im Wartburgkreis investiert, die als Hauptgeschäftsfeld Fahrzeugteile testet. Kurz nachdem die zweite Maschine in Betrieb genommen wurde, brach die Nachfrage nach Schutzmasken ein. Bis zu 20.000 Masken waren pro Schicht gefertigt worden, jetzt laufen die Maschinen nur noch mit zehnprozentiger Auslastung. Ähnlich das Bild bei der Firma Thorey in Gera. Ende Juli wurde die Produtkion eingestellt.

Noch haben wir die Maschinen, aber in einem halben Jahr wird das vermutlich nicht mehr so sein.

Stefan Bergmann vom Maskenverband Deutschland

Hauptursache aus Sicht der Produzenten sind Billigimporte aus China und die laxe Einfuhrpolitik der EU. Die hatte den chinesischen Importeuren Zoll und Mehrwertsteuer erlassen.

"Wir sind angewiesen auf Großaufträge vom Gesundheitswesen, Kommunen und Behörden wie der Polizei", so Stefan Bergmann. Die Landesministerien müssten Anweisungen herausgeben, dass Behörden nicht nur nach dem Preis Aufträge vergeben dürfen. Sollte die Nachfrage nach deutschen Masken durch Lieferschwierigkeiten der chinesischen Hersteller wieder steigen, könnte der Betrieb schnell wieder hochgefahren werden. "Noch haben wir die Maschinen, aber in einem halben Jahr wird das vermutlich nicht mehr so sein."

Quelle: MDR Thüringen/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. September 2021 | 19:00 Uhr

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