Ilmenau Trauerfeier für Dagmar Schipanski

Dagmar Schipanski war am 7. September im Alter von 79 Jahren verstorben. Am Samstag haben 350 Menschen aus Politik und Gesellschaft von der CDU-Politikerin und ehemalige Thüringer Wissenschaftsministerin Abschied genommen.

Ein Foto von Dagmar Schipanski neben einem Blumenstrauß
Der Trauergottesdienst fand in Ilmenau in der evangelischen Stadtkirche "St. Jakobus" statt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Etwa 350 Gäste aus Politik und Gesellschaft haben am Samstag bei einem Trauergottesdienst in Ilmenau Abschied von Dagmar Schipanski genommen. Die CDU-Politikerin, ehemalige Thüringer Wissenschaftsministerin und spätere Landtagspräsidentin war am 7. September im Alter von 79 Jahren verstorben. Unter den Trauergästen in der evangelischen Stadtkirche "St. Jakobus" waren neben Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) auch Thüringens ehemaliger Regierungschef Bernhard Vogel (CDU) und Alt-Bundespräsident Horst Köhler (CDU).

Vogel würdigte die Verstorbene als Person, die maßgeblich zur Verwirklichung der Deutschen Einheit beigetragen habe. Ihr habe Deutschland und Thüringen sehr viel zu verdanken.

Trauerbeflaggung an öffentlichen Gebäuden in Thüringen

Dagmar Schipanski war auch viele Jahre Mitglied im Verwaltungsrat des Mitteldeutschen Rundfunks. MDR-Intendantin Prof. Karola Wille bezeichnete Schipanski als beeindruckende Persönlichkeit, welche mit breitem Wissen, Klugheit und viel Erfahrung die wirtschaftliche Entwicklung des Senders mitgestaltet und seine Verankerung in der Region vorangetrieben hat.

Aus Anlass an das Gedenken an Dagmar Schipanski hatte Ministerpräsident Bodo Ramelow für den heutigen Tag Trauerbeflaggung an allen öffentlichen Gebäuden des Freistaates angeordnet.

Biografie: Zur Person Dagmar Schipanski

Schipanski war von 1999 bis 2004 Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Thüringen. Von 2004 bis 2009 war sie Präsidentin des Thüringer Landtags. Bis 2006 war sie Mitglied des CDU-Präsidiums und gehörte seitdem dem Bundesvorstand der Partei an.

Im Jahr 1996 führte sie als erste Frau den Wissenschaftsrat der Bundesrepublik Deutschland an. 1999 kandidierte sie als damals noch parteilose Wissenschaftlerin für das Amt der Bundespräsidentin. Schipanski unterlag dem späteren Bundespräsidenten Johannes Rau (SPD).

Außerdem war sie über viele Jahre im Verwaltungsrat des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Zudem war sie Mitglied der Leopoldina und engagierte sich ehrenamtlich etwa als Präsidentin der Deutschen Krebshilfe.

Schipanski wurde 1943 in Sättelstädt im thüringischen Wartburgkreis geboren. 1990 wurde sie an der damaligen Technischen Hochschule Ilmenau zur Professorin für Festkörperelektronik berufen. Sie war verheiratet und Mutter dreier Kinder. Zuletzt lebte Schipanski in Ilmenau. Sie wurde 79 Jahre alt.

MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. September 2022 | 19:00 Uhr

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