Nach Kritik an hohen Vorstandsgehältern Gemeinnützigkeit von Awo-Tochterunternehmen in Gefahr

Nach Problemen wegen überhöhter Managergehältern beim Awo-Tochterunternehmen Alten-, Jugend- und Sozialhilfe (AJS) prüft das Finanzamt Erfurt alle Verträge. Dabei wird den neuen AJS-Geschäftsführern zufolge kontrolliert, ob das gemeinnützige Unternehmen auch die Abgabenordnung eingehalten hat. Im schlimmsten Fall könne die Gemeinnützigkeit aberkannt werden, sagten Katja Glybowskaja und Andreas Krauße MDR THÜRINGEN. Sie kündigten an, offen und transparent mit dem Finanzamt zusammenzuarbeiten.

Zudem prüfe ein unabhängiges Wirtschaftsinstitut im Namen des Aufsichtsrates der AJS alle Unterlagen. Um künftige Fehler zu verhindern, solle zudem eine unabhängige Innenrevision aufgebaut werden, die ebenfalls dem Aufsichtsrat unterstehe. So etwas sei eigentlich normal bei einem Unternehmen dieser Größe, sagte Krauße, sei bislang aber versäumt worden.

Bei einer Überprüfung hatte der Awo-Bundesverband festgestellt, dass die Gehälter der Awo-AJS Geschäftsführung unangemessen hoch seien. Sie verstießen damit gegen den Awo-Verhaltenskodex. In der Folge wurden bereits personelle Konsequenzen gezogen. Auch bei einem Gesellschafter der Awo AJS, dem Awo-Kreisverband Erfurt, soll in der kommenden Woche eine neue Geschäftsführung gewählt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 02. Juli 2020 | 19:00 Uhr

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